Stahlbau : Spanntechnik: Wie 50 besondere Meter Rüstzeit sparen
von links: Grabner-Produktionsleiter Martin Paar, Rath & Co-Projektleiter Martin Mörtl und Grabner-Geschäftsführer Andreas Halwachs
- © WEKA Industrie MedienBei einem Besuch der Firmenzentrale von Grabner in Hartberg spürt man sofort, dass hier nicht nur Metall bewegt, sondern echte Leidenschaft für komplexe Lösungen gelebt wird. Andreas Halwachs, der das Unternehmen seit 2019 gemeinsam mit seinem Bruder Stefan leitet, verdeutlicht: „Hier wird nicht in Standardmaßen gedacht.“ Die Grabner Gruppe ist seit über 65 Jahren Jahren erfolgreich im Hallenbau und in der Hallensanierung tätig und hat sich als zuverlässiger Lohnfertiger für Schweißbaugruppen, im Maschinenbau, in der Blechbearbeitung und beim Laserschneiden einen exzellenten Ruf erarbeitet.
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Der Erfolg gibt ihnen Recht, die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Laut Halwachs liegt das vor allem am strategischen Geheimrezept: Der konsequenten Ausrichtung auf Marktnischen, in denen man sich durch Qualität und Verlässlichkeit vom Wettbewerb abhebt.
Hallenumgestaltung als Ausgangspunkt
Ein entscheidender Schritt zur Sicherung dieser Wettbewerbsfähigkeit war die jüngste Investition in die Effizienz der Produktion. Das Ziel war klar definiert: „Der Output sollte gesteigert werden, ohne die Belegschaft massiv aufstocken zu müssen, was in Zeiten des Fachkräftemangels eine strategische Notwendigkeit darstellt.“ In enger Zusammenarbeit mit Martin Mörtl, technischer Verkäufer und Projektleiter bei Rath & Co., wurde ein Projekt realisiert, das in dieser Größenordnung in Österreich Seltenheitswert hat: Die Installation eines 50 Meter langen 3D-Spann- und Fundamentschienensystems von Demmeler. Dass dieses System den Weg in die Hartberger Hallen fand, war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer fast schon sportlichen „Hauruckaktion“, wie Halwachs schmunzelnd berichtet.
Die Ausgangslage war eine Hallenumgestaltung, bei der ein alter Hallenboden ohnehin getauscht werden musste, was die ideale Gelegenheit bot, das Schienensystem direkt in den neuen Beton zu integrieren. Martin Mörtl und das Team von Rath übernahmen dabei nicht nur die Lieferung des Equipments, sondern auch die Verantwortung für die hochpräzise Ausnivellierung der Schienen, denn nur so lässt sich die geforderte Präzision über die gesamte Länge von 50 Metern gewährleisten. Trotz des Zeitdrucks und einer geteilten Schienenführung, um die Einfahrt von LKWs zur Verladung sicherzustellen, wurde das Projekt punktgenau umgesetzt.
ZUM UNTERNEHMEN GRABNER STAHL
Die Wurzeln der Grabner Gruppe reichen bis in das Jahr 1960 zurück. Einst als Serienfertiger bekannt, vollzog das Unternehmen unter der Leitung des Vaters der heutigen Geschäftsführer den Wandel zum spezialisierten Einzel- und Lohnfertiger. Seit 2019 führen Andreas und Stefan Halwachs das Unternehmen als Eigentümer.
Erfolg auf allen Ebenen
Der Nutzen für den Fertigungsalltag bei Grabner ist massiv. Früher benötigte man oft einen ganzen Arbeitstag, um die Rüstung für ein Bauteil vorzubereiten. Heute ist dieser Prozess dank der Modularität und der Verschiebe-Füße in nur einer Stunde erledigt. Andreas Halwachs hebt hervor, dass es neben der Zeitersparnis vor allem die Präzision ist, die den Unterschied macht: „Der große Vorteil ist die ausnivellierte Fläche auf 50 Metern. Diese Genauigkeit ist essenziell, wenn etwa riesige Fachwerke für Industriehallen oder Gittermastsysteme gefertigt werden, bei denen jede Schnittstelle bereits im Heftprozess exakt passen muss.“
Interessanterweise war in der Belegschaft anfangs noch Skepsis vorhanden, doch diese ist längst einer großen Begeisterung gewichen. „Mittlerweile will niemand mehr auf das neue System verzichten“, erzählt der Geschäftsführer. Die Investition zahlt sich also nicht nur durch eine angestrebte Zeitersparnis im Heftschweißbereich aus, sondern auch durch eine deutlich gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit und Ergonomie am Arbeitsplatz.
Für Grabner ist das Schienensystem damit ein wichtiger Baustein, um auch in einem aktuell angespannten Marktumfeld stabil und konkurrenzfähig zu bleiben. Die Zusammenarbeit mit Rath hat gezeigt, dass man mit dem richtigen Partner und einer mutigen Entscheidung selbst unter Zeitdruck Projekte realisieren kann, mit der die Produktion auf ein neues Level gehoben wird.
IN KOOPERATION MIT RATH
Rath & Co. auf der Intertool/Schweissen
Der Industrieausstatter präsentiert sich beim Messeduo Intertool/Schweissen (21. – 24. April) in Wels mit einem rund 100 Quadratmeter großen Stand (21-0113) und zeigt ein breites Portfolio. Im Fokus steht neben dem Demmeler Schienensystem und den klassischen Schweißtischen vor allem das zukunftsweisende Thema Cobot-Schweißen. Besucher können sich zudem über Nullpunktspannsysteme sowie mechanische und hydraulische Lösungen der Firma AMF informieren. Weitere Highlights sind Stanznormalien für den Werkzeugbau von Fibro, Kantenfräsmaschinen von Esmatec und Lösungen von Güthle für den Bereich Werkzeugwechsel, Werkzeugspannen und Werkzeuglogistik. Ebenfalls zu sehen: Rundschalttische von Fibro sowie innovative Handmarkiersysteme von Markator, wie sie auch bei Grabner erfolgreich im Einsatz sind.