Automotive : Nach Gewinneinbruch: Bosch stellt für 2026 deutliche Margenerholung in Aussicht

Robert Bosch AG, Bosch KI, Künstliche Intelligenz, Industrie.

Der Autozulieferer und Technologiekonzern Bosch sieht einen Silberstreif am Horizont und peilt eine Gewinnmarge von 4 bis 6 Prozent sowie ein Umsatzplus von 2 bis 5 Prozent an.

- © Bosch

Bosch will nach dem massiven Ergebniseinbruch des Vorjahres im laufenden Jahr erste Effekte seines Spar- und Umbauprogramms sichtbar machen. Für 2026 stellt der Autozulieferer und Technologiekonzern eine operative Marge von 4 bis 6 Prozent in Aussicht. Damit würde die Profitabilität auf das Zwei- bis Dreifache des Vorjahresniveaus steigen. Finanzchef Markus Forschner erklärte am Donnerstag, dass im Unterschied zu 2025 keine größeren Rückstellungen für den Stellenabbau mehr notwendig sein dürften.


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Zugleich sollten die eingeleiteten Restrukturierungen das Ergebnis nach und nach verbessern. Das Renditeziel von 7 Prozent werde 2026 zwar noch nicht erreicht, Bosch sehe sich jedoch klar auf Kurs und rechne mit spürbaren Fortschritten.

Auch beim Umsatz gibt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch und kalkuliert für 2026 mit einem Plus von 2 bis 5 Prozent. Forschner verwies allerdings auf ein weiterhin angespanntes Umfeld. Zunehmende geopolitische Konflikte und ein stärkerer Fokus auf nationale Interessen belasteten den freien Handel und damit die Weltwirtschaft. 

Welche Folgen der Krieg im Nahen Osten für Energie- und Rohstoffströme, die Inflation und die globale Konjunktur haben werde, lasse sich derzeit noch nicht seriös abschätzen. Unklar sei zudem, welche Konsequenzen ein Urteil des US Supreme Court für die künftige amerikanische Zoll- und Handelspolitik haben werde. Das Höchstgericht hatte im Februar mehrere von US-Präsident Donald Trump verhängte Zölle aufgehoben.

Im Jahr 2025 konnte Bosch den Umsatz zwar leicht auf 91 Milliarden Euro steigern, beim operativen Ergebnis gab es jedoch einen massiven Rückgang. Das Betriebsergebnis sank um 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Eine wesentliche Rolle spielten dabei Rückstellungen von 2,7 Milliarden Euro für den laufenden Stellenabbau. Unter dem Strich schrieb der Konzern einen Verlust von 400 Millionen Euro, nachdem im Jahr davor noch ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro erzielt worden war.

Zuletzt hatte Bosch vor allem in der volumenstarken Automobilsparte Stellen abgebaut und damit auf die anhaltende Schwäche der Branche reagiert. Bereinigt verringerte sich die Zahl der Beschäftigten 2025 um rund 15.000, ein großer Teil davon in Deutschland.

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