Defence : Heidelberg greift nach dem nächsten Geschäftsfeld: Drohnenabwehr
Im Rahmen der Vorstellung des ONBERG Joint Ventures in Brandenburg an der Havel wurden bei einer Live-Demonstration u.a. das Drohnenabwehrsystem von ONDAS Autonomous Systems und das unbemannte Landfahrzeug (UGV) von HD Advanced Technologies präsentiert.
- © HeidelbergDer Druckmaschinenhersteller Heidelberg steigt gemeinsam mit einer Tochter des US-Konzerns Ondas in den Markt für autonome Drohnenabwehrsysteme ein. Das Gemeinschaftsunternehmen hat in Brandenburg an der Havel den Betrieb aufgenommen. Die Technologie soll dazu dienen, Drohnen abzufangen, die etwa zu Spionage- oder Sabotagezwecken eingesetzt werden.
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Drohnen hätten sich zu einem der meistgenutzten Mittel hybrider Militärstrategien entwickelt, teilte das Unternehmen am Nachmittag mit. Das neu gegründete Joint Venture von HD Advanced Technologies, einer Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG, und dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems arbeitet an technologischen Systemen zur Abwehr solcher Bedrohungen.
"Die Systeme sind auf höchste Anforderungen der nationalen Sicherheit, des Grenzschutzes sowie militärischer, ziviler und industrieller Anwendungen ausgelegt", hieß es. Nach Unternehmensangaben sollen sie zunächst in Deutschland und in der Ukraine vermarktet werden.
Startschuss für das ONBERG JV in Brandenburg an der Havel (v. links): Daniel Keip, Oberbürgermeister Brandenburg an der Havel, Raymond Mutz, CEO ONBERG, Ron Prosor, Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident Brandenburg, Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender Heidelberger Druckmaschinen AG, Eric Brock, Vorstandsvorsitzender und CEO von Ondas Inc., Oshri Lugasi, Co-CEO von Ondas Autonomous Systems und Michael Wellenzohn, CEO HD Advanced Technologies
- © HeidelbergSchutz kritischer Infrastruktur
"Auf der Grundlage von 175 Jahren deutscher Maschinenbaukompetenz von Heidelberg entsteht hier ein wesentlicher Beitrag zur technologischen Unabhängigkeit Europas", sagte der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG, Jürgen Otto. Zum Betriebsstart, bei dem die Drohnenabwehrtechnik demonstriert wurde, war auch der israelische Botschafter Ron Prosor anwesend.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: "Angesichts einer wachsenden Bedrohungslage müssen wir unsere kritischen Infrastrukturen noch besser schützen." Brandenburg stehe zu dieser Ansiedlung und zu dem Ziel, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Heidelberg betreibt in Brandenburg an der Havel seit 1991 eine Produktionsstätte mit rund 380 Beschäftigten.
Im Fokus der Drohnenabwehr stehen unter anderem Flughäfen, Standorte der Bundeswehr und Energieversorger. Nach Angaben der Bundesregierung haben Sichtungen von Drohnen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zugenommen. Zuletzt stellten Drohnen etwa am Hauptstadtflughafen BER ein Sicherheitsrisiko dar.