Weiterbildung : Das sind Österreichs beste MBA-Anbieter: transdisziplinäres Denken

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Das INDUSTRIEMAGAZIN hat wieder das aktuellste Ranking der besten MBA Anbieter in Österreich erstellt. Gemeinsam mit brandscore.at haben wir herausgefunden, welche Anbieter des postgradualen Studiums MBA im Jahr 2022 von Führungskräften empfohlen werden und warum.

Doch die große Studie konzentrierte sich auch auf Details zu Bekanntheitsgrad, den Herausforderungen und Veränderungen, mit denen Anbieter und auch Studierende derzeit konfrontiert sind, sowie den Qualitäten, die Interessierte in einem MBA Anbieter suchen.

Außerdem zeigt das aktuelle Ranking von INDUSTRIEMAGAZIN interessante Veränderungen hinsichtlich Bekanntheit und Beliebtheit im Vergleich zu den letzten Jahren.

Das brandneue Ranking samt Studie finden Sie hier: Österreichs beste MBA-Anbieter 2022 – Arbeitgeber investieren in Qualität

Das INDUSTRIEMAGAZIN Ranking – Die Genese

Wie kam das Ranking zustande?

Zwischen 18. und 25. Jänner 2022 wurden 500 Führungskräfte aus österreichischen Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern befragt. Als Führungskräfte wurden Geschäftsführer, Personalverantwortliche, Verantwortliche anderer Bereiche sowie Personen, die formal keine leitende Position innehaben, aber dauerhaft in strategische Entscheidungen eingebunden sind, gewertet.

Um das Ranking zu erstellen, wurde zunächst gestützt die Bekanntheit einzelner Anbieter abgefragt und auch danach gefragt, ob die befragten Personen Erfahrungen mit dem genannten Anbieter haben. War das der Fall, wurde erhoben, ob der oder die Befragte diesen Anbieter weiterempfehlen würde. Die Summe aus Bekanntheits- und Weiterempfehlungsquote ergab die Platzierung.

Besonders bei den ganz oben gereihten Anbietern zeigt sich ein hoher und vor allem steigender Weiterempfehlungsgrad.

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Das aktuelle MBA-Anbieter-Ranking zeigt es sehr klar: In diesem Geschäft gibt es keine schnellen Siege, ihre Reputation bauen sich die Bewerber über Jahre hinweg auf. Deutlich wird das unter anderem anhand der drei Bestplatzierten. Drei österreichische Universitäten, die auch einen MBA anbieten, finden sich nicht zum ersten Mal auf den obersten Rängen ein – bereits letztes Jahr konnten sie im INDUSTRIEMAGAZIN Ranking einen Spitzenplatz erreichen. Geändert hat sich allerdings die Reihenfolge.

Auch auf den Rängen hinter den besten Drei hat sich so manches getan. Zwar zeigt sich auch hier: Reputation wird über Jahre aufgebaut, plötzliches Auftauchen von neuen Anbietern ist also im großen MBA Ranking wenig wahrscheinlich.

Doch Veränderungen gab es trotzdem große. Denn zwei bisherige Anbieter, die auch bekannt und beliebt genug waren um im Ranking in früheren Jahren mitzuspielen, haben sich aus dem MBA-Geschäft zurückgezogen. Entsprechende Studiengänge werden von ihnen also nicht mehr angeboten. Das schafft natürlich Raum zum Nachrücken für andere Anbieter.

Das gesamte Ranking finden sie hier!

Wolfgang Vrzal, Leiter der Vienna Management Academy der FHWien der WKW: „Veränderung und Transformation müssen in modernen MBA-Curricula explizit zu einem Programminhalt gemacht werden."

- © FHWien der WKW

Doch nicht alles hat sich verändert. Denn schon wie im letzten Jahr ging der dritte Platz auch 2022 an die FHWien der WKW. Der Standort Wien kommt damit immerhin in den Top 3 vor.

Was der FHWien der WKW wichtig ist – und womit sie durchaus den notwendigen Zeitgeist trifft: Die Studierenden des MBA-Programms müssen im Curriculum auch auf aktuelle Herausforderungen und Chancen vorbereitet werden. Anders gesagt: Es ändern sich nicht nur Lebens- und Arbeitswelt der Führungskräfte, die einen MBA belegen, sondern auch eben dieser MBA, um das beste für die Studierenden herauszuholen.

Laut Wolfgang Vrzal, Leiter der Vienna Management Academy der FHWien der WKW – also des Drittplatzierten – wird auf die Umbrüche in den Lebens- und Arbeitswelten von MBA-Studierenden oft mit organisatorischen und didaktischen Anpassungen geantwortet. Das sei aber zu wenig: „Veränderung und Transformation müssen in modernen MBA-Curricula explizit zu einem Programminhalt gemacht werden“, so Vrzal.

„Internationalität hat als Auswahlkriterium offenbar an Bedeutung verloren.“
Herbert Kling, Brandscore.at

Nomen est Omen?

Veränderung gab es auch auf den ersten beiden Plätzen unseres Rankings – und das in mehrfacher Hinsicht. Der Zweitplatzierte ist mit der Universität für Weiterbildung Krems nämlich der Sieger 2021. Damals hieß dieser Anbieter noch Donau Universität Krems.

Dass die Namensänderung sich als Nachteil erwiesen hätte, kann aber nicht behauptet werden, denn trotz des zweiten Platzes kann Krems nach wie vor ein sehr gutes Ergebnis für sich behaupten.

Beim Sieger, aber eben auch schon beim Zweitplatzierten fällt ein spannendes Detail auf: Wie schon im Vorjahr sticht ein hoher Bekanntheitsgrad ins Auge – dieser liegt bei der Universität für Weiterbildung Krems bei über 80 Prozent. Dazu gesellt sich aber auch ein hoher – und vor allem steigender – Weiterempfehlungsgrad. Krems auf Platz zwei steigerte sich in diesem Bereich von 34 auf 41 Prozent.

Das bereits erwähnte Thema der Nutzung aktueller Veränderungen beschäftigt auch diese Universität. Über Einzeldisziplinen hinaus zu denken erscheint dabei eine wichtige Voraussetzung. Viele MBA Anbieter setzen auf eine Integration von Fragen, die Teilbereiche zu einem sinnvollen Ganzen vereint: „Der transdisziplinäre Blick über den Tellerrand wird unverzichtbar, um komplexe Probleme lösen zu können“, betont etwa Barbara Brenner, Leiterin des Departments für Wirtschafts- und Managementwissenschaften an der Universität für Weiterbildung Krems.

Barbara Brenner, Leiterin des Departments für Wirtschafts- und Managementwissenschaften der Universität für Weiterbildung Krems, setzt auf Transdisziplinarität.

- © Andrea Reischer

Unterschiedliche Angebote beinahe gleich beliebt

Auch wenn bei den obersten Rängen durchwegs von sehr guten Ergebnissen gesprochen werden kann, fällt eines auf: Die nahe beieinander platzierten Anbieter sind nicht, wie man vielleicht glauben könnte, sehr ähnlich in ihrem Angebot.

Unterschiede gibt es in fast allen Details: Standort, Unterrichtssprachen, Semesterdauer, Kosten und Internationalität. Mehr dazu entnehmen Sie dem ausführlichen Ranking!

Gerade hinsichtlich des letztgenannten Punkts sticht für Studienleiter und brandscore.at-Chef Herbert Kling 2022 vor allem ein Erkenntnis hervor. „Auffallend ist, dass Personalverantwortliche im Vergleich zum Vorjahr eine externe internationale Akkreditierung deutlich seltener als wichtig erachten“, so Kling. „Internationalität hat als Auswahlkriterium offenbar an Bedeutung verloren.“

Konkret antworteten auf die Frage, wie wichtig die Internationalität eines Anbieters ist heuer 59 Prozent der Befragten mit „sehr wichtig“ bzw. „wichtig“. Im Vorjahr lag der Welt bei 71 Prozent. Ähnlich gestaltet sich das Bild beim Stellenwert einer unabhängigen, international anerkannten Zertifizierung: Absolut unerlässlich finden sie 20 Prozent der Befragten, im Vorjahr waren es noch 31. Der Anzahl jener, die internationale Akkreditierungen zwar als wünschenswert, aber nicht als unabdingbar bezeichneten, blieb indessen mit 61 Prozent nahezu gleich wie im Vorjahr.

Der Befund soll allerdings nicht voreilig als Ausdruck eines österreichischen Provinzialismus gewertet werden. Viel eher zeigt er, dass Internationalität für die heimischen MBA-Anbieter inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, die kaum noch als Unique Selling Proposition verkauft werden kann. Tatsächlich sind nahezu alle Anbieter in unserem Ranking international zertifiziert, fast alle kooperieren auch mit internationalen Partneruniversitäten und bieten dementsprechend auch Auslandsmodule als Teil ihres Angebots an.

„Unsere Aufgabe wird es in den kommenden Jahren sein, die Trends richtig zu lesen und dadurch inhaltlich relevant zu bleiben." Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy

- © Barbara Stöttinger

Erster Platz – womit hat der Sieger überzeugt?

Während die WU Executive Academy letztes Jahr noch ex aequo auf Platz eins lag, ist sie 2022 der alleinige Sieger, wenn auch mit einem nur knappen Vorsprung. Wie schon bei der Universität für Weiterbildung Krems zeigt sich ein hoher Bekanntheitsgrad von über 80 Prozent. Die Bekanntheit der jeweiligen Anbieter machen einen wichtigen Teil des Rankings aus.

Eine maßgebliche positive Veränderung zeigt sich bei der WU Executive Academy ebenfalls im Weiterempfehlungsgrad. Wie auch beim Zweitplatzierten lässt sich eine stete Steigerung vernehmen – bei der WU sogar sehr deutlich. Hätten letztes Jahr noch 45 Prozent der Führungskräfte diesen Anbieter weiterempfohlen, sind es dieses Jahr bereits 52 Prozent.

Auch beim Sieger, wie schon bei Platz zwei und drei, wird deutlich, dass Stillstand im MBA Angebot nicht geht. Hätte sich die WU Executive Academy diesen Anforderungen nicht gestellt, wäre sie kaum so weit oben gereiht zu finden.

Ist mit einem Zurückfinden zu alten Strukturen zu rechnen, sollte etwa Covid-19 einmal der Vergangenheit angehören? Wohl kaum, die Zeichen stehen auf Vorwärts. „Unsere Aufgabe wird es in den kommenden Jahren sein, die Trends richtig zu lesen und dadurch inhaltlich, aber auch didaktisch relevant zu bleiben. Nur so können wir Manager und ihre Unternehmen dabei begleiten, die unzähligen Chancen, die sich durch die digitale Transformation und die vielen sonstigen Veränderungen ergeben, zu erkennen und erfolgreich zu nutzen“, sagt Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy.

Doch welche Chancen sind es, die sich durch die Digitalisierung ergeben – und sind es wirklich nur Chancen, nicht auch Probleme oder zumindest Herausforderungen? Wie hat sich die Ära Home-Office auf MBA Anbieter, aber auch die Erwartungen der Studierenden und Unternehmen ausgewirkt? Und wie haben die verschiedenen Universitäten mit ihren postgradualen Studiengängen darauf reagiert – welche besser, welche schlechter? All diese Einblicke und mehr erhalten Sie hier: Österreichs beste MBA-Anbieter 2022