Flottenmanagement : Flottenkosten radikal senken: Diese Transparenz-Strategie wirkt sofort
Die Frage, die derzeit alle Logistiker beschäftigt, lautet: Wo lässt sich im Flottenbetrieb am schnellsten und nachhaltigsten Geld sparen? Für Wolfgang Schmid von Webfleet ist die Antwort klar: Transparenz über den gesamten Flottenbetrieb ist der zentrale Hebel für Effizienz und Kosteneinsparungen. Statt sich auf einzelne digitale Werkzeuge zu fokussieren, sollten Unternehmen zuerst verstehen, wo Kilometer, Zeit und Kosten tatsächlich entstehen.
Kostentreiber sichtbar machen: der größte ROI‑Treiber im Flottenmanagement
Grundlage jeder wirksamen Kostensteuerung ist, laut Schmid, die systematische Erhebung und Auswertung digitaler Daten im Fuhrpark. Nur wer Fahrten, Standzeiten, Leerfahrten oder Doppelanfahrten kennt, kann diese gezielt reduzieren. Dieses Datenbewusstsein schafft die Basis für fundierte Entscheidungen in Disposition, Wartung, Controlling und Einkauf – und macht die größten Kostentreiber sichtbar.
Predictive Maintenance: Wartung gezielt planen
Ein weiterer zentraler Punkt im Gespräch ist vorausschauende Wartung (“Predictive Maintenance”). Statt starrer Wartungsintervalle werden Fahrzeug‑ und Betriebsdaten genutzt, um den optimalen Wartungszeitpunkt zu bestimmen. Unnötige Werkstattaufenthalte werden verhindert, ungeplante Ausfälle reduziert – was Verfügbarkeit und Lebensdauer der Fahrzeuge erhöht.
In vielen Flotten bleiben Fahrzeuge derzeit auch länger im Einsatz. Das reduziert kurzfristige Investitionskosten, bringt aber höhere Ausfall‑ und Wartungskosten mit sich, wenn der Zustand der Fahrzeuge nicht transparent überwacht wird. Digitale Daten helfen auch hier, Risiken frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen über Austausch oder weiteren Betrieb datenbasiert zu treffen.
Elektromobilität: Infrastruktur schlägt Fahrzeuge
Ein weiteres Thema im Gespräch ist die Elektromobilität. Dabei zeigt sich, dass die Ladeinfrastruktur oft das eigentliche Nadelöhr ist – nicht die Elektrofahrzeuge selbst. Besonders wirtschaftlich ist das Laden im eigenen Depot, begleitet von Lastmanagement und eigener Stromversorgung. Unternehmen, die Depotladen und Energiemanagement integrieren, können echte Betriebskostenvorteile gegenüber öffentlichen Ladesäulen realisieren.
Software‑Funktionen, die im Alltag wirklich genutzt werden
Im operativen Tagesgeschäft entscheiden Funktionen wie Tachodaten, Batteriezustand, Reifen‑ und Bremssensorik darüber, wie gut ein System wirklich genutzt wird. Schmid betont, dass nicht jede technische Funktion Sinn macht – Relevanz für den konkreten Betrieb zählt mehr als Funktionsumfang.
Mehr als Kostensenkung: Mitarbeiterbindung und -entlastung
Ein oft unterschätzter Vorteil der Digitalisierung im Flottenmanagement ist die Entlastung des Fahrpersonals. Automatisierte Datenflüsse reduzieren Routineaufgaben, erhöhen Planbarkeit und schaffen eine bessere Arbeitsumgebung für Fahrer und Disponenten – was nicht nur Kosten senkt, sondern auch zur Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt.