EY : Physical AI - Wie KI in der realen Welt wirksam wird

AI Logistik

 Physical AI in den Mittelpunkt: KI, die nicht nur analysiert und Empfehlungen gibt, sondern Maschinen, Roboter und industrielle Systeme befähigt, in der realen Welt wahrzunehmen, zu entscheiden und zu handeln. 

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Die industrielle Automatisierung steht an einem Wendepunkt. Was lange vor allem als Effizienzprogramm galt, wird zunehmend zur strategischen Antwort auf drei strukturelle Herausforderungen: demografischer Wandel, wachsender Fachkräftemangel und anhaltender Kostendruck. Für viele Industrieunternehmen geht es deshalb nicht mehr nur um die Frage, ob weiter automatisiert werden soll, sondern wie schnell und gezielt neue Technologien in die operative Wertschöpfung überführt werden können.

Genau hier rückt Physical AI in den Mittelpunkt: KI, die nicht nur analysiert und Empfehlungen gibt, sondern Maschinen, Roboter und industrielle Systeme befähigt, in der realen Welt wahrzunehmen, zu entscheiden und zu handeln. Humanoide Roboter sind in diesem Kontext weniger ein spektakulärer neuer Robotertyp als Ausdruck eines größeren Trends: der Verlagerung von AI von der reinen Informationsverarbeitung hin zur physischen Ausführung auf dem Shopfloor.

Die eigentliche Relevanz liegt jedoch nicht im Formfaktor, sondern im wirtschaftlichen Hebel. Unternehmen suchen nach Wegen, personelle Engpässe abzufedern, repetitive oder schwer besetzbare Tätigkeiten zu automatisieren und zugleich Produktivität, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Weiterführende Automatisierung wird so zum Mittel, Wachstum trotz knapper Ressourcen zu sichern, operative Risiken zu senken und industrielle Wertschöpfung in Europa langfristig abzusichern.

Wirtschaftlichkeit entsteht im digitalen Zwilling

Wirtschaftlich relevant werden humanoide Systeme erst dann, wenn sie produktiv in bestehende Abläufe integriert werden können. Gerade in Brownfield-Umgebungen liegt ihre besondere Relevanz darin, dass sie sich in gewachsene Infrastrukturen, bestehende Layouts und nicht für klassische Automatisierung ausgelegte Prozesse einfügen lassen. Der entscheidende Hebel liegt daher nicht im Roboter selbst, sondern in der Fähigkeit, Verhalten vor dem realen Einsatz zu trainieren, zu testen und zu optimieren. 

Genau dafür wird Omniverse zur zentralen Umgebung: als Simulations- und Trainingsraum, in dem Bewegungen, Materialflüsse und Interaktionen im digitalen Zwilling validiert werden. Das senkt Einführungsrisiken, verkürzt Ramp-up-Zeiten und verbessert die spätere Auslastung. Gleichzeitig entstehen belastbare Business Cases, weil Unternehmen Durchsatz, Qualität, Stillstandszeiten und den Automatisierungsgrad einzelner Prozessschritte frühzeitig quantifizieren können. Der wirtschaftliche Wert kommt daher nicht von zwei Beinen, sondern aus schnellerer Skalierung, geringeren Implementierungskosten und reproduzierbarer Produktivität.

 

"Wer Humanoide wirtschaftlich skalieren will, muss sie zuerst im Omniverse beherrschbar machen.“
Nikolaus Keuth, Senior Manager und Technical Lead für Industrial AI, EY Österreich

 

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Vertrauen wird zum Skalierungsfaktor

Der Mehrwert humanoider Systeme entscheidet sich nicht nur in Leistung und Präzision, sondern vor allem am kontrollierten Umgang mit Risiken. Je autonomer Roboter handeln und je enger sie mit Menschen, Maschinen und OT-Systemen interagieren, desto wichtiger werden Safety, Cybersecurity, Governance und Compliance für einen belastbaren Roll-out. Gefragt sind deshalb risikobasierte Sicherheitskonzepte, klare Zugriffs- und Schnittstellenmodelle, belastbare Daten- und Plattform-Governance sowie definierte Stage-Gates für Skalierung. Entscheidend ist, dass diese Themen nicht nachgelagert als reine Compliance-Frage behandelt werden dürfen, sondern von Beginn an Teil des Betriebsmodells sein müssen. Erst so entsteht das Vertrauen, das Investitionen beschleunigt, Freigaben ermöglicht und Physical AI aus dem Pilotstatus in den industriellen Regelbetrieb führt.

„Es geht nicht um zwei Beine, sondern um Wirtschaftlichkeit um den Europäischen Standort zu sichern.
Gerhard Schagerl, Growth Lead Industrial-AI-Team, EY Österreich 
 

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Vom Pilot zur industriellen Wertschöpfung.

Humanoide Systeme werden die Industrie nicht über Nacht verändern. Ihr wirtschaftlicher Wert entsteht dort, wo Physical AI in ein belastbares Zusammenspiel aus Daten, Simulation, Governance und Operating Model eingebettet wird. Entscheidend sind nicht spektakuläre Demos, sondern reproduzierbare Produktivität, sichere Skalierung und ein klarer Beitrag zu Wertschöpfung und Resilienz. 

EY begleitet Unternehmen dabei mit einem integrierten Ansatz von der Auswahl priorisierter Use Cases über Business Case, AI-ready Data und Omniverse-gestützte Simulation bis hin zu Governance, Compliance und skalierbarem Betriebsmodell. So wird aus technologischem Potenzial ein belastbarer Transformationspfad vom Piloten bis zur industriellen Umsetzung im großen Maßstab.

IN KOOPERATION MIT EY

Autoren

Nikolaus Keuth ist Senior Manager und Technical Lead für Industrial AI mit Schwerpunkt auf Physical AI. Er verantwortet er die technische Führung und Umsetzung von Industrial‑AI‑Initiativen, die darauf abzielen, operative Effizienz, Produktivität und Skalierbarkeit in industriellen Organisationen signifikant zu steigern.

Gerhard Schagerl ist derzeit als Growth Lead im Industrial-AI-Team bei EY Österreich tätig und setzt maßgebliche Impulse für innovative Entwicklungen.