Kunststoff : Greiner-CEO Dubourg: "Wenn sich der Markt normalisiert, werden wir nach oben schießen"

Vorstandsfoto Greiner c Andreas Pohlmann

Greiner-Vorstand, von links: CFO Hannes Moser, CEO Saori Dubourg und COO Marcus Morawietz

- © Andreas Pohlmann

Greiner hat im Geschäftsjahr 2025 ihre Erlöse in einem von geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und volatilen Märkten geprägten Umfeld weitgehend stabil gehalten. Der konsolidierte Gruppenumsatz belief sich auf rund 1,94 Milliarden Euro und lag damit um 2,5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1,99 Milliarden Euro. Der Cashflow ging von 192 auf 167 Millionen Euro zurück. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sank leicht auf 10.242 Beschäftigte.

Die breite Aufstellung des Konzerns erwies sich nach Unternehmensangaben als stabilisierender Faktor. Positive Entwicklungen in einzelnen Geschäftsbereichen konnten Rückgänge in anderen Segmenten teilweise ausgleichen. Zugleich setzte Greiner die strategische Weiterentwicklung seines Portfolios fort und investierte in Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Automatisierung, Innovation und Effizienzsteigerungen.

„Gerade in einem zunehmend herausfordernden Umfeld zeigt sich die Stärke eines resilienten Portfolios“, sagt Saori Dubourg, CEO der Greiner AG. Vor diesem Hintergrund seien die Sicherung der Stabilität sowie die Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung des Portfolios im Vordergrund gestanden. "Wenn sich der Markt normalisiert, werden wir nach oben schießen", sagt Dubourg. 

Packaging wächst, Bio-One und Neveon unter Druck

Die Entwicklung der einzelnen Divisionen fiel 2025 unterschiedlich aus. Greiner Packaging erzielte einen Umsatz von rund 902 Millionen Euro und entwickelte sich nach Unternehmensangaben positiv. Getragen wurde das Wachstum insbesondere durch Neukundengewinne und die Erweiterung des Kundensegments, unter anderem in Nordamerika. Auch innovative Verpackungslösungen und die internationale Aufstellung hätten zur Stärkung der Marktposition beigetragen.

Greiner Bio-One kam auf einen Umsatz von rund 637 Millionen Euro. Das Geschäft war laut Unternehmen von höheren regulatorischen Anforderungen sowie einem langsameren Wachstum in einzelnen Kernmärkten geprägt. Besonders in den USA wirkten sich Kürzungen bei Forschungsgeldern für die Gesundheitsökonomie aus. Die Division reagierte mit Maßnahmen zur Stärkung der operativen Stabilität.

Im Zuge der Portfoliostrategie wird Greiner Mediscan ab 2026 als eigenständige Division geführt. Damit will die Gruppe ihr Geschäft im Bereich Sterilisation stärken und Wachstumsperspektiven in einem attraktiven Markt schaffen.

Neveon erzielte 2025 einen Umsatz von rund 408 Millionen Euro. Die anhaltend schwierige Lage in wichtigen Absatzmärkten, insbesondere in der Möbel- und Matratzenindustrie, belastete das Geschäft. Das Unternehmen reagierte mit Portfolio- und Standortmaßnahmen und investierte zugleich in Forschung und Entwicklung, unter anderem in neue R&D-Hubs.

106 Millionen Euro Investitionen

Insgesamt investierte Greiner im Geschäftsjahr 2025 rund 106 Millionen Euro. Der Schwerpunkt lag auf ausgewählten Produktionsstandorten, Effizienzprogrammen sowie strategischen Zukunftsthemen. Ein Großteil der Investitionen entfiel auf Europa, ergänzt durch gezielte Ausbauprogramme in internationalen Märkten, vor allem in Nordamerika. 

„Aus finanzieller Sicht war 2025 von klarer Priorisierung und einer disziplinierten Steuerung geprägt“, erklärt Hannes Moser, CFO der Greiner AG. „Eine robuste Kostenbasis schafft die Grundlage, auch unter Unsicherheit gezielt investieren zu können.“

Parallel dazu schärfte Greiner die operative Ausrichtung der Gruppe. Prozesse wurden weiter harmonisiert, konzernweite Standards ausgebaut. Mit Marcus Morawietz als COO rücken operative und kommerzielle Exzellenz stärker in den Fokus.

„Operativ und kommerziell legen wir unseren Fokus konsequent auf Exzellenz – vom Einkauf über Produktion bis zur Kundeninteraktion“, sagt Marcus Morawietz. „Gleichzeitig geht es darum, unsere Kompetenzen über die Divisionen und Standorte hinweg noch stärker zu nutzen und weitere Synergien zu realisieren.“

Nachhaltigkeit bleibt strategischer Schwerpunkt

Auch im Bereich Nachhaltigkeit sieht Greiner seine strategische Ausrichtung bestätigt. Das Unternehmen wurde erneut mit Platin im EcoVadis-Rating ausgezeichnet und zählt damit nach eigenen Angaben weiterhin zu den besten ein Prozent der weltweit bewerteten Unternehmen. Zudem wurde der Anteil erneuerbarer Energien am konzernweiten Stromverbrauch weiter erhöht. Für 2025 veröffentlicht Greiner erstmals einen freiwilligen CSRD-konformen Geschäftsbericht.

Für das laufende Geschäftsjahr sieht sich die Gruppe auf Basis einer gestärkten Resilienz, einer verbesserten Kostenstruktur und klarer strategischer Prioritäten gut aufgestellt. Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung des Portfolios, der Steigerung der operativen und kommerziellen Leistungsfähigkeit sowie auf langfristiger Wertentwicklung.

„Wir agieren aus einer Position der Stabilität und gestalten die nächste Entwicklungsphase der Gruppe bewusst und fokussiert“, so Saori Dubourg. „Unser Anspruch ist es, unternehmerische Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und zukunftsfähige Wertschaffung dauerhaft miteinander zu verbinden.“

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