Stahlindustrie

Stahlsparte von Thyssenkrupp legt glänzende Zahlen vor

Ausgerechnet die vor einer ungewissen Zukunft stehende Stahlsparte hat Thyssenkrupp eine deutliche Gewinnsteigerung beschert.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Konzerns stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 (per Ende September) um 41 Prozent auf 620 Millionen Euro, wie Thyssenkrupp mitteilt. Unter dem Strich fuhr der Konzern einen Gewinn von 120 Millionen Euro ein.

Insgesamt konnte auch die europäische Stahlsparte von Thyssenkrupp dank höherer Preise ihr Ergebnis auf 232 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Stahlindustrie im Aufwind

Diese Woche haben sowohl die Voestalpine in Linz als auch der deutsche Stahlriese Salzgitter einen Anstieg der Ergebnisse gemeldet:

Voestalpine: Gute Aussichten für neues Werk in Kapfenberg >>

Salzgitter hebt Prognose für 2017 deutlich an: "Erfreuliche Situation" >>

Konzernchef Hiesinger will trotzdem die Fusion mit den Indern

Vorstandschef Heinrich Hiesinger will sich davon aber nicht von seinem Kurs abbringen lassen. Er will die Technologiegeschäfte mit Aufzügen, Maschinen und Autoteilen ausbauen und die Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel fusionieren.

"Die Erholung der Ergebnisse bei den Werkstoffgeschäften freut uns", sagte der Manager. Die großen Schwankungen von einem Quartal zum anderen zeigten jedoch einmal mehr, dass seine Richtung stimme.

Tata hat kürzlich gemeldet, zwei Werke in England verkauft zu haben - was Beobachter als einen weiteren Schritt zu einer Fusion deuten: Fit für die Fusion: Tata Steel verkauft zwei Stahlwerke in England >>

Industriesparte soll ausgebaut werden

Bei Thyssenkrupp soll die Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte weiter ausgebaut werden. "So werden wir in Zukunft stabilere Ergebnisse erwirtschaften und profitabel wachsen." Die Aufzugssparte konnte ihr Ergebnis erneut verbessern, während der Anlagenbau weiter mit Einbußen kämpft.

Hiesinger bekräftigte die Prognose, wonach das bereinigte Ebit im Gesamtjahr auf 1,8 Milliarden Euro von 1,47 Milliarden Euro zulegen soll.

Belastungen wegen Brasilien

Wegen der hohen Abschreibungen beim Verkauf seines brasilianischen Stahlwerks erwartet Thyssenkrupp aber unter dem Strich einen deutlichen Verlust. Nach neun Monaten liegt der Fehlbetrag bei 751 Millionen Euro. (reuters/apa/red)