Automobilindustrie

ZKW: Übernahme durch LG Electronics geplatzt

Die Übernahme des Wieselburger Lichtsystemeherstellers ZKW durch den koreanischen Konzern LG ist geplatzt, wie mehrere Personen aus dem Unternehmen unabhängig voneinander INDUSTRIEMAGAZIN bestätigen.

ZKW-Verkauf an LG Electronics geplatzt: Aufgrund des ursprünglich hohen Kaufpreises haben sich interessierte Konzerne wie Magna und die B&C Holding aus dem von Rothschild Global Advisory gemanagten Verkaufsprozess längst zurückgezogen.

Noch im November ders Vorjahres galt der Kaufvertrag des 100-Prozent-Eigentümers von ZKW, Ulrich Mommert, mit dem koreanischen Multi LG Electronics als unterschriftsreif. Das Angebot der Koreaner vor Due Diligence soll 1,2 Milliarden Euro  betragen haben. Die beratende M&A-Bank Rothschild Global Advisory wollte den Deal bis in die erste Dezember-Woche unter Dach und Fach wissen. Doch dazu kam es nicht.

Grund für die Preisreduktion: Von High-Tech zu Midtech?

Nach intensiven Blicken hinter die Kulissen sollen die Koreaner ihr Offert auf 900 Millionen Euro reduziert haben, wie übereinstimmende Quellen aus dem Unternehmen INDUSTRIEMAGAZIN berichten. Besonders das zu erwartende downgrade bisher margenträchtiger Spitzenprodukte zu Mid Tech-Produkten soll zur Angebotsreduktion beigetragen haben, berichtet INDUSTRIEMAGAZIN in der März-Ausgabe. Damit wären die erhofften Erlöse wieder in jenes Preisband gerückt, in dem sich frühere Interessenten wie Magna International auch befunden haben. Eigentümer Ulrich Mommert erklärte daraufhin die Verhandlungen mit den Koreanern für beendet.

Die Umsatzentwicklung des Automobilzulieferers ZKW ist atemberaubend. Seit 2011 hat das Wieselburger Unternehmen den Umsatz verdreifacht. Alleine im Vorjahr wuchs der Umsatz von ZKW um über 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

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Für die Wieselburger und die Eigentümerfamilie Mommert finden sich nach dem Scheitern der Verkaufsverhandlungen in einer schwierigen Situation. Informationen zum Scheitern der Verkaufsverhandlungen gebe es im Unternehmen keine.  Selbst das operative Group-Management sei von allen Verhandlungen ausgespart, berichtet INDUSTRIEMAGAZIN in der März-Ausgabe. Voraussetzung einer Stand Alone-Lösung ist eine Eigentümergeneration, die das Unternehmen weiterführt. Die scheint nicht gegeben: Ulrich Mommerts Sohn Alexander (Jahrgang 1969) sitzt zwar im Aufsichtsrat der ZKW Group, ist dabei aber nie in Erscheinung getreten und konzentriert sich auf seine erfolgreiche Laufbahn als Geschäftsführer der Poliklinik Rüdersdorf bei Berlin. Mit dem fehlenden Familiennachfolger ist auch die Sinnhaftigkeit einer Stiftung vom Tisch.

Hier geht's zur aktuellen Story in der März-Ausgabe von INDUSTRIEMAGAZIN: ZKW-Verkauf an LG Electronics: Koreanisches K.O.

Lesen Sie dazu auch unsere Story aus der November-Ausgabe von INDUSTRIEMAGAZIN: Verkauf der ZKW an LG Electronics fixiert?

Hier reagieren wir auf die Vorwürfe der "bewusst böswilligen" Berichterstattung. 

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