Energieversorgung

Russland droht mit Lieferstopp von Gas

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Bauprojekt Nord Stream 2: Führt die Absage Deutschlands zum Drosseln der Lieferungen auf Nord Stream 1?

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Russland hat nun erstmals seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine offen mit einem Gas-Lieferstopp durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gedroht. "Wir haben das volle Recht, eine "spiegelgerechte" Entscheidung zu treffen und ein Embargo zu erlassen auf die Durchleitung des Gases durch die Pipeline Nord Stream 1, die heute maximal mit 100 Prozent ausgelastet ist", sagte der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak in einer am Montagabend ausgestrahlten Rede im Staats-TV.

Derzeit fliesst soviel Öl und Gas wie schon lange nichtmehr durch die unzähligen Öl- und Gas-Pipelines, die Russland mit Westeuropa verbinden. Für Österreich wichtig ist dabei Gas-Pipeline "Bruderschaft", die vor 46 Jahren, noch im kalten Krieg, in die Slowakei gebaut wurde - und mit der Österreich direkt verbunden ist. Die Drohung Russlands umfasst ausdrücklich nicht diese Pipeline. Zudem ist die Ölpipeline Druschba für die heimische Ölversorgung wichtig.

Der russische Vize-Regierungschef Nowak schränkte seine Aussagen zudem auch ein: "Aber noch treffen wir diese Entscheidung nicht. Niemand gewinnt dabei", erklärte Nowak. Allerdings sehe sich Russland inzwischen durch die europäischen Politiker und ihre Anschuldigungen in diese Richtung gestoßen. Russland verfolge die Äußerungen westlicher Politiker, die sich von russischem Gas und Öl lösen wollten, meinte Nowak. Die EU-Politiker würden durch ihre Handlungen die Energiepreise inzwischen überhitzen.

Nowak äußerte sich mit Blick auf die gestoppte Leitung Nord Stream 2, deren Inbetriebnahme Russland anstrebt. Die deutsche Bundesregierung hatte die umstrittene Pipeline gestoppt, nachdem Russland am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert war.

Russland gilt als größter Öllieferant in Europa - mit 30 Prozent des jährlichen Verbrauchs von 500 Millionen Tonnen. "Es ist völlig offensichtlich, dass der Verzicht auf russisches Öl zu katastrophalen Folgen auf dem Weltmarkt führt", betonte Nowak. Er sagte Preise von rund 300 US-Dollar je Barrel Öl voraus. Die Rohstoffmacht Russland sei vorbereitet und werde andere Absatzmärkte als Europa und die USA finden, so Nowak.

"Europa verbraucht heute 500 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr, 40 Prozent davon sichert Russland", erklärte der Politiker. Allein über Nord Stream 1 liefen 60 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Über alle Krisen hinweg habe das Land stets zuverlässig geliefert und leite zudem weiter Gas durch die Ukraine und über andere Wege nach Europa. In seiner Rede warnte Nowak, die Nationalisten könnten bei den Kämpfen in der Ukraine einen Anschlag auf das Durchleitungssystem verüben. Russland werde alles tun, um eine Eskalation zu verhindern. (apa/red)

der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak
"Es ist völlig offensichtlich, dass der Verzicht auf russisches Öl zu katastrophalen Folgen auf dem Weltmarkt führt." Alexander Nowak. - © YouTube/ Bloomberg Markets and Finance