Sanktionen

Brau-Union zieht sich zurück: Kein Gösser mehr für Russland

Gösser Bier

Aus für Gösser Bier: Heineken zieht sich ganz aus Russland zurück.

- © Brau Union

Der niederländische Bierbrauer Heineken wird sich vollständig aus Russland zurückziehen. Unter heutigen Umständen sei es nicht länger möglich, in dem Land aktiv zu sein, teilte das Unternehmen am Montag mit. Heineken hatte zuvor bereits angesichts des Kriegs in der Ukraine und der internationalen Sanktionen gegen Moskau beschlossen, seine Geschäfte mit Russland auszusetzen und kein Bier dorthin mehr zu exportieren. Der Konzern produzierte dort aber noch in mehreren Brauereien auch lokale Biere.

Das Unternehmen schätzt, dass der Schritt etwa 400 Mio. Euro kosten wird. Die Gehälter der etwa 1.800 Arbeitnehmer sollen bis zum Jahresende bezahlt werden. "Wir sind geschockt und sehr betrübt, wie sich der Krieg in der Ukraine weiter entwickelt und intensiviert", teilte das Unternehmen mit.

Für die Brau Union Österreich, die Teil des Heineken-Konzerns ist, galt Russland lange als ein Hoffnungsmarkt. 2017 wurde die Lizenzproduktion vom Gösser-Bier in Russland auf 600.000 Hektoliter pro Jahr ausgebaut, was zwei Drittel der österreichischen Gösser-Produktion entspricht. Gösser ist die wichtigste Marke der Brau Union im Ausland.

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Über 5,0 Mio. Hektoliter Bier setzt die Brau Union Österreich in einem Jahr ab – mit fünfzehn Biermarken und über 100 Biersorten. Das Unternehmen führt Marken wie Heineken, Gösser, Schwechater sowie Marken mit starker regionaler Bedeutung wie Zipfer, Puntigamer oder Wieselburger. 2.700 Mitarbeiter beschäftigt die Brauunion in ganz Österreich, seit 2003 ist das Unternehmen Teil der internationalen Heineken-Gruppe.