Open Source : Praxispartner für Time Slot Management gesucht
In der Logistik herrschen konkurrierende Anforderungen: Ist Planbarkeit für die Lagerlogistik wichtig, brauchen Spediteure Flexibilität. Diese konkurrierenden Anforderungen werden heute häufig über getrennte Systeme, proprietäre Schnittstellen und manuelle Kommunikationsprozesse koordiniert, was oftmals Wartezeiten und operative Engpässe zur Folge hat.
"Das ist ein Paradebeispiel für ein Problem, das sich nur auf Branchenebene lösen lässt“, erklärt Nathalie Böhning, Innovation und Project Managerin bei der Open Logistics Foundation. „Damit digitale Prozesse über Unternehmensgrenzen hinweg funktionieren, braucht es eine gemeinsame Basis und offene Standards.“
Interoperabilität im Zeitfenstermanagement
Die Open Logistics Foundation adressiert dieses Problem mit einer herstellerneutralen offenen Schnittstelle (API) für das Time Slot Management, die eine gemeinsame Grundlage für den Echtzeit-Informationsaustausch zwischen Transport Management Systemen (TMS), Time Slot Management Systemen (TSM) und Warehouse Management Systemen (WMS) schafft. Wie alle Ergebnisse der Open Logistics Foundation steht auch diese API im OLF-Repository der gesamten Branche frei zur Verfügung.
Transporeon und TradeLink haben die Open-Source-API bereits implementiert und legen damit die Basis für erste Testszenarien. Gerry Daalhuisen, Senior Director Dock & Yard/Fleet Products bei Transporeon und David Bauske, Principal Software Architect bei TradeLink leiten das Time-Slot-Management-Projekt der Working Group Track & Trace innerhalb der Open Logistics Foundation.
Zwei Use Cases, ein Ziel
Ein offener Standard schafft nur dann Mehrwert, wenn er in der Praxis funktioniert und gelebt wird. Deshalb sucht die Open Logistics Foundation Organisationen, die die API unter realen Bedingungen testen, ihre Anforderungen einbringen und die Weiterentwicklung aktiv mitgestalten.
Das Pilotprogramm der Open Logistics Foundation richtet sich an Unternehmen und Organisationen entlang der Logistikkette, die einen standardisierten Austausch von Transport- und Zeitfensterinformationen erproben möchten. Dabei sind unterschiedlichste Konstellationen denkbar: von der direkten Zusammenarbeit zwischen zwei Partnern, beispielsweise einem Carrier und einer Time Slot Management Plattform, bis hin zur unternehmensübergreifenden Vernetzung mehrerer Systeme entlang einer vollständigen Transport- und Logistikkette.
Teilnehmen können alle Organisationen, die in Zeitfenstermanagement und Terminbuchungsprozesse eingebunden sind, von Verladern und Spediteuren über Lager- und Yard-Betreiber bis hin zu TMS-, TSM- und WMS-Anbietern. Wer mitmacht, erhält frühzeitig Einblicke, wie eine standardisierte API die Vernetzung bestehender Systeme und Logistikpartner verbessern und den Bedarf an individuellen Schnittstellen reduzieren kann. Im Austausch mit den Working Group Leads der Stiftung und Early Adoptern wie Transporeon und TradeLink können Teilnehmende zudem das Potenzial der API für ihre eigenen operativen Abläufe ausloten. Gleichzeitig gestalten sie die technologische Grundlage aktiv mit und stellen sicher, dass diese ihren Anforderungen gerecht wird.
Der Weg zum Pilotprojekt
Der Call for Participation ist ab dem 15. Oktober 2026 für sechs Wochen geöffnet. Interessierte Organisationen können sich unter Angabe des Firmennamens, potenzieller Rolle (z. B. Carrier, Warehouse Operator, TMS-Anbieter) und Kontaktdaten hier bewerben.
Nach Ablauf der Bewerbungsphase prüft die Open Logistics Foundation gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Mitgliedern die Einreichungen und nimmt Kontakt zu geeigneten Pilotpartnern auf. Der Start der Pilotprojekte ist für Anfang 2027 geplant. Jeder Pilot dauert voraussichtlich rund drei Monate, wobei der genaue Zeitplan vom jeweiligen Use Case und den beteiligten Partnern abhängt.