Standort Österreich : „Team Austria“ soll heimische Unternehmen zu EU-Großprojekten bringen
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger präsentierte am 14. Juli 2026 gemeinsam mit EU-Kommissar Jozef Síkela, Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und weiteren Beteiligten das „Team Austria“ im österreichischen Außenministerium.
- © BMEIA/GruberMit der Initiative will Österreich seine Beteiligung an Projekten der EU-Investitionsstrategie „Global Gateway“ ausbauen. Erstmals arbeiten dafür alle relevanten österreichischen Institutionen eng zusammen. Beteiligt sind das Außenministerium, das Finanzministerium, das Wirtschaftsministerium, die Oesterreichische Kontrollbank, die Oesterreichische Entwicklungsbank, die Austrian Development Agency und die Wirtschaftskammer Österreich.
Ziel ist es, österreichische Unternehmen bei der Beteiligung an internationalen Projekten zu unterstützen. Die beteiligten Stellen sollen ihre Förder- und Finanzierungsinstrumente mit europäischen Angeboten verzahnen. Unternehmen werden von der Entwicklung einer ersten Projektidee über die Umsetzung bis zum Schließen möglicher Finanzierungslücken begleitet.
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Österreich setzt auf wirtschaftliche Stärke und verlässliche Partnerschaften
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sieht darin eine wirtschafts- und geopolitische Notwendigkeit. Machtverhältnisse und Lieferketten würden sich neu ordnen, während viele Länder nach verlässlichen Partnern suchten. Österreichische Unternehmen verfügten insbesondere bei Zukunftstechnologien wie Wasserkraft und Bahntechnik über große Kompetenz.
„Team Austria sorgt dafür, dass diese Stärke in Aufträge übersetzt wird, denn jeder dieser Aufträge sichert Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich“, erklärte die Außenministerin.
An der Präsentation nahmen neben Meinl-Reisinger auch der EU-Kommissar für Internationale Partnerschaften, Jozef Síkela, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner in Vertretung des Finanzministers sowie Staatssekretärin Elisabeth Zehetner teil.
Milliardeninvestitionen in internationalen Wachstumsmärkten
In den kommenden Jahren sollen in internationalen Wachstumsmärkten Energie- und Infrastrukturprojekte mit einem Investitionsvolumen in Billionenhöhe entstehen. Die Europäische Union will diese Entwicklung mit ihrer Global-Gateway-Strategie mitgestalten.
Bis 2027 sollen im Rahmen der Initiative insgesamt 400 Milliarden Euro aus öffentlichen und privaten Quellen mobilisiert werden. Partnerländer sollen dadurch Infrastruktur zu fairen Bedingungen und nach hohen Standards erhalten. Für Europa sollen zugleich neue Aufträge, Absatzmärkte und langfristige Handelsbeziehungen entstehen.
EU-Kommissar Jozef Síkela bezeichnete Global Gateway als Antwort auf die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen. Europa müsse nach außen stark, strategisch und geeint auftreten und sich auf wirtschaftliche Sicherheit, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren.
Er begrüße die Gründung des österreichischen Teams und wolle gemeinsam mit der Bundesregierung an Projekten arbeiten, die Investitionen in Partnerländern stärken und österreichischen Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, erklärte Síkela.
Fokus auf erneuerbare Energien und Schieneninfrastruktur
In der Pilotphase bis Ende 2026 konzentriert sich „Team Austria“ auf erneuerbare Energien, insbesondere auf Wasserkraft und grünen Wasserstoff. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Konnektivität und vor allem auf der Schieneninfrastruktur. In diesen Bereichen verfügt Österreich nach Angaben des Außenministeriums über eine starke industrielle Basis und wettbewerbsfähige Unternehmen.
Als erstes österreichisches Vorzeigeprojekt im Rahmen von Global Gateway gilt der „südliche Wasserstoffkorridor“. Durch die kostengünstige Versorgung mit grünem Wasserstoff soll das Projekt dazu beitragen, den österreichischen Industriestandort zu sichern und die Dekarbonisierung voranzutreiben.
„Team Austria“ wurde bereits im Dezember 2025 gegründet und unterstützt seither die österreichische Beteiligung an der Global-Gateway-Strategie. Das Außenministerium übernimmt die Koordinierung und beteiligt sich über die Finanzierungsinstrumente der Austrian Development Agency an entsprechenden Projekten.