Für Bayer selbst ist die aktuelle Entwicklung ein wichtiger Schritt im Versuch, die Folgen der Monsanto-Übernahme langfristig zu überwinden.
Der Aktienkurs des Unternehmens liegt zwar weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Übernahme im Jahr 2018, hat sich jedoch in den vergangenen Monaten spürbar erholt.
Sollte der juristische Druck nachlassen, könnten auch strategische Optionen wieder diskutiert werden, die bislang aufgrund der Prozessrisiken kaum realistisch waren.
Dazu gehört insbesondere eine mögliche Neuordnung des Konzerns. Bayer vereint heute drei sehr unterschiedliche Geschäftsbereiche: Pharma, Consumer Health und Agrarchemie.
Diese Sparten folgen unterschiedlichen Marktlogiken und werden an den Kapitalmärkten gemeinsam bewertet – häufig mit einem Bewertungsabschlag.
Ohne die Belastung durch Glyphosat-Klagen könnte Bayer erstmals wieder frei über seine zukünftige Struktur entscheiden. In der Branche wird seit längerem über mögliche Abspaltungen einzelner Geschäftsbereiche diskutiert.
Sollte es dazu kommen, könnte sich zeigen, dass die aktuelle politische und juristische Entwicklung nicht nur den Glyphosat-Konflikt entschärft, sondern auch die strategische Zukunft eines der größten Chemiekonzerne Europas neu definiert.