Energiewende

Klimaschutzziele als Game Changer für jedes Unternehmen

Axel Dick, Quality Austria Nachhaltigkeitsforum
© Quality Austria

Die Fachexperten und Speaker waren sich einig: Kreislaufwirtschaft gilt als der bedeutendste Game Changer punkto Klimaschutz und bestimmt Gesellschaft und Wirtschaft wie kaum ein anderes gesellschaftlich-ökonomisches Thema. Umso drastischer, dass laut aktueller Boston Consulting Group-Studie* nur jedes zweite österreichische Unternehmen umfassende Klimaschutzziele definiert hat. „Nur ein bisschen besser und effizienter werden, wird nicht mehr ausreichen – es braucht Konzepte zum Game Changer und zur Anpassung unternehmensbezogener Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategien“, betonte Axel Dick, Business Development Umwelt und Energie, CSR, Quality Austria bei der Eröffnung des Forums. Erfolgreiche Unternehmens- und Branchenbeispiele, die im Zuge des Events vorgestellt wurden, waren etwa die BKS Bank, VUM Dienstleistungs GmbH, UBM und FACC. Andreas Tschulik, Leitung der Abteilung V/7 – Integrierte Produktpolitik, Betrieblicher Umweltschutz und Umwelttechnologie im BMK (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie), ging zu Beginn auf die Green Finance Alliance – als gemeinsamen Weg in die Klimaneutralität – ein, mithilfe derer die Finanzierung grüner Projekte über Privatkapital forciert wird. Finanzunternehmen können noch bis 31. Jänner 2022 Unterlagen einreichen.

Die Pandemie als Augenöffner

„Themen wie Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Treibhausgasreduktion haben sich in der österreichischen Wirtschaft aufgrund von Initiativen wie dem European Green Deal oder dem Aktionsplan 2030 längst als Wettbewerbsfaktoren etabliert, an denen man nicht mehr vorbeikommt. Gleichzeitig besteht nach wie vor eine Diskrepanz zwischen Wissen und Handlungen“, so Axel Dick. Initiativen wie die Sustainable Development Goals (SDGs) oder die Klimaziele 2030 unterstützen diese Vorhaben, seien jedoch noch unzureichend von Unternehmen in den konkreten Strategien implementiert. Gütesiegel, Zertifizierungen und Managementsysteme könnten Schritt für Schritt zur fortlaufenden Verbesserung der Umweltleistungen beitragen.

„Die Pandemie hat uns allen gezeigt, dass wir mit extremen Herausforderungen zwar konstruktiv – etwa im Bereich Digitalisierung – umgehen können. Dennoch muss dieser Zweckoptimismus nun auch in Nachhaltigkeitsbestrebungen gesteckt werden, damit man von dem aktuellen linearen Wirtschaften gemäß take-make-use-waste Philosophie hin zur Kreislaufwirtschaft gelangt“, führt der Experte Dick fort. Um den Kurs zur Klimaneutralität einzuschlagen, benötige es von Unternehmen vor allem Langfristplanung in Form konkreter Roadmaps und Kennzahlen auf der einen sowie die Verpflichtung des Top-Managements und entsprechende, einschlägige Kompetenzen der Organisation auf der anderen Seite.

Klimawandel wirkt sich erheblich auf Lieferketten aus

Alexander Eidelpes, Leitung Einkauf bei der Kotányi GmbH, thematisierte den Einfluss diverser Ereignisse wie Naturkatastrophen, Waldbrände oder Insektenplagen auf globale und lokale Wertschöpfungsketten, die in einer geringeren Rohstoffverfügbarkeit, verstärktem Chemikalieneinsatz, Preissteigerungen oder Food Fraud resultieren können. „Wir sehen aktuell, dass die Herausforderungen im Einkauf längst nicht mehr nur politischer, rechtlicher oder wirtschaftlicher Art sind, sondern Umweltrisiken eine immer größere Rolle spielen“, bestätigt der Experte. Besonders Importe geraten in den Fokus, da diese extrem stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Klare Maßnahmen sollten sowohl das Schaffen ausreichender Informationsnetze sein als auch eine Lieferantenauswahl basierend auf Risikoeinstufungen, Standards und Zertifizierungen.

Wie Front Runner die Zukunft verändern

Die Mobilitätsbranchen und hier besonders Flugreisen rücken in der Klimadiskussion schnell in einen kritischen Fokus. Häufig wird dabei übersehen, dass der Flugverkehr derzeit 2,7 % der weltweiten CO2 Emissionen einnimmt. „Flugtransport, egal ob Personen oder Fracht, ist aus unserer globalisierten und vernetzten Welt nicht wegzudenken. Umso wichtiger ist es, das Fliegen nachhaltig zu gestalten. Der gesamte Luftverkehrssektor verfolgt das Ziel, bis 2050 das CO2-neutrale Fliegen zu erreichen. Mit unserer Leichtbautechnologie, die Gewicht reduziert und Treibstoff einspart, unterstützen wir eine klimaschonende Mobilität – und das weltweit“, ist sich Patrick Doppler, Manager CSR der FACC AG, sicher.