Instandhaltung : Wenn jede Stunde zählt: Warum Verfügbarkeit in der Industrie zum Wettbewerbsfaktor wird

Viega Pressverbindung
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Wenn in einem Industriebetrieb eine wichtige Versorgungsleitung ausfällt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Instandhaltung muss den Schaden lokalisieren, das benötigte Material beschaffen und eine sichere und schnelle Reparatur organisieren. Je nachdem, welche Anlage betroffen ist, kann eine längere Unterbrechung erhebliche Auswirkungen auf die Produktion haben.

Dabei muss es nicht immer ein großer technischer Defekt sein. Schon eine beschädigte Druckluftleitung oder eine undichte Kühlwasserleitung kann ausreichen, um Abläufe zu stören. Wie schnell der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, hängt dann auch davon ab, welche Instandsetzungsmöglichkeiten und Werkzeuge verfügbar sind.

Eine beschädigte Rohrleitung, eine halbe Stunde Reparatur

Wie wichtig kurze Reaktionszeiten sein können, zeigt ein Beispiel aus der industriellen Instandhaltung, das das Familienunternehmen Viega aus der Praxis schildert. Durch eine Kollision mit einem Gabelstapler wurde eine verzinkte 1 Zoll Druckluftleitung beschädigt.

Das Unternehmen verfügte über ein eigenes Instandhaltungsteam sowie das benötigte Presswerkzeug und auch über die benötigten Pressverbinder. Die Mitarbeitenden konnten dank der kalten Pressverbindungstechnik deshalb unmittelbar vor Ort eingreifen. Nach Angaben von Viega war die Leitung innerhalb von rund 30 Minuten repariert. Die Produktion konnte nach einer kurzen Unterbrechung direkt wieder anlaufen.

Für eine schnelle Wiederinbetriebnahme waren sowohl die eingesetzte Rohrverbindungstechnik als auch eine gute Vorbereitung auf den Schadensfall von entscheidender Bedeutung.  Die Werkzeuge und gängige Ersatzteile mussten nicht erst beschafft werden, auch die Wartezeit auf einen externen Dienstleister fiel aus.

Für Unternehmen mit einem eigenen Instandhaltungsteam kann es daher sinnvoll sein, häufig benötigte Pressverbinder und die dazugehörigen Presswerkzeuge gezielt zu bevorraten. Besonders bei Störungen außerhalb der üblichen Geschäftszeiten kann diese Vorbereitung jede Menge Zeit und Ärger ersparen.

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Wenn Schweißen zum Problem wird

Ein zweiter Praxisfall betrifft eine undichte, geschweißte Kühlwasserleitung mit einem Durchmesser von 2 Zoll. Sie verlief in einem Schacht und musste ersetzt werden

Die Reparatur war aus mehreren Gründen schwierig und aufwändig. Ein Absperrschieber schloss nicht vollständig, sodass weiterhin Wasser nachlief. Für eine Schweißreparatur wäre deshalb ein zusätzlicher Arbeitsschritt notwendig gewesen: Die Leitung hätte zunächst eingefroren werden müssen.

Das Instandhaltungsteam wählte stattdessen eine andere Vorgehensweise. Der neue Leitungsabschnitt wurde außerhalb des Schachts vorbereitet und anschließend mithilfe geeigneter Pressverbinder (Schiebemuffen und Flansche) eingesetzt.

Nach Angaben von Viega war die gesamte Reparatur innerhalb einer Stunde abgeschlossen. Für eine externe Schweißreparatur hätte das Unternehmen demnach mindestens einen halben Tag einplanen müssen. Die Wartezeit auf externe Dienstleister ist hier noch gar nicht berücksichtigt. 

Der Fall zeigt, dass die Wahl des Reparaturverfahrens gerade bei schwer zugänglichen Leitungen einen erheblichen Unterschied machen kann. Zugleich hängt die Eignung einer Lösung immer von den Betriebsbedingungen, dem Medium und den technischen Anforderungen ab.

Die Instandhaltung entscheidet mit

In der industriellen Praxis geht es bei solchen Entscheidungen nicht nur um die eigentliche Montagezeit. Auch Vorbereitungsarbeiten, Sicherheitsmaßnahmen, die Verfügbarkeit von Fachpersonal und die Beschaffung von Ersatzteilen beeinflussen, wie lange eine Anlage außer Betrieb bleibt.

Christian Rüsche, Geschäftsführer von Viega Österreich, betont im Interview mit dem INDUSTRIEMAGAZIN, dass Unternehmen bei der Wahl ihrer Rohrverbindungstechnik besonderen Wert auf Sicherheit und belastbare Referenzen legen. Viega arbeitet deshalb nach eigenen Angaben mit unabhängigen Prüfinstituten zusammen, um die Eignung seiner Systeme für industrielle Anwendungen nachzuweisen.

Für die Instandhaltung bedeutet das: Ein schnelleres Verfahren ist nur dann ein Vorteil, wenn es auch für den konkreten Einsatzbereich zugelassen und technisch geeignet ist.

Die beiden Praxisfälle machen zugleich deutlich, wie wichtig die Vorbereitung auf ungeplante Störungen ist. Ein gut ausgestattetes internes Team kann kleinere und auch anspruchsvollere Reparaturen unter geeigneten Voraussetzungen selbst übernehmen. Dadurch lassen sich Wartezeiten auf externe Dienstleister vermeiden.