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Milliardeninvestitionen in Serbien: China baut sich ein weiteres Sprungbrett nach Zentraleuropa

Investitionen von außen sind in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien begehrt. China nutzt das voll aus - und schichtet viele Milliarden in die Region, um so für sich selbst ein Sprungbrett in die Mitte Europas zu schaffen.

Diese Woche in Serbien: Der Hersteller Linglong eröffnet die erste chinesische Reifenfabrik in Europa.

Die chinesischen Investitionen in Serbien werden nach Ankündigung der Ministerpräsidentin Ana Brnabic auf 10 Milliarden Euro ansteigen. Sie hat dies vor serbischen Medien vor dem Treffen des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang mit Regierungschefs von 16 Ländern aus Mittel- und Südosteuropa in Dubrovnik gesagt.

Das Stahlwerk Smederevo war der Anfang

Laut Energieminister Aleksandar Antic werden in Dubrovnik einige neue Verträge im Infrastrukturbereich unterzeichnet, wie er dem TV-Sender RTS erklärte. Ein erstes chinesisches Großprojekt in Serbien war die 2014 fertiggestellte Donau-Brücke in Belgrad mit einer Investition von rund 210 Mio. Euro. Darauf folgten andere Projekte.

Das größte Stahlwerk in Smederevo wurde 2016 vom chinesischen Stahlriesen HBIS zum Preis von 46 Mio. Euro übernommen. Unterdessen ist der Betrieb zum führenden Exporteur Serbiens geworden. Details dazu: Stahlwerk Smederevo: Größter Exporteur Serbiens in chinesischer Hand >>

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Kupferproduzenten und Autozulieferer

Die Zijin Ming Group hatte Ende des Vorjahres den serbischen Kupferproduzenten RTB Bor, ein langjähriges Sorgenkind der Regierung, übernommen. Details dazu: Serbien verkauft Kupferproduzenten RTB - China klopft schon an >>

Nach Angaben von Brnabic geht es um eine Investition im Wert von 1,26 Milliarden Euro. Im Vormonat wurde in der Vojvodina-Stadt Zrenjnani der Bau eines Betriebes des Reifenproduzenten Linglong im Wert von rund 800 Mio. Euro begonnen. Diese Woche dazu: Bau der ersten Reifenfabrik Europas in chinesischer Hand startet >>

Viel Geld für Infrastruktur - und chinesische Baufirmen

Chinesen sind derzeit auch am Neubau der Eisenbahn zwischen Belgrad und Budapest in Ungarn mit einem Auftragswert von 3,7 Milliarden Euro engagiert. Im Energiebereich ist die Errichtung eines neuen Blocks des Wärmekraftwerkes Kostolac mit einer Leistung von 350 Megawatt derzeit das wichtigste Bauvorhaben. Die Bauarbeiten werden aus einem von der chinesischen Exim-Bank gewährten Kredit von 609 Mio. Dollar (540 Mio. Euro) finanziert.

Zudem sind chinesische Firmen auch am Bau einzelner Strecken der Autobahn engagiert, die Serbien mit Montenegro verbinden wird. (apa/red)

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