Stellenabbau : Voith streicht 670 Jobs
Wegen des hohen Konkurrenzdrucks durch asiatische Papiermaschinenhersteller streicht der weltweite Marktführer Voith in Deutschland und Österreich 670 Jobs. Auf diesen Arbeitsplatzabbau hätten sich Unternehmen und Betriebsrat nach mehrmonatigen Verhandlungen geeinigt, teilte der im schwäbischen Heidenheim ansässige Konzern am Mittwoch mit.Dauerhafte Umsatzrückgänge bei Papiermaschinen für die grafische Industrie machten den Stellenabbau unvermeidlich. Ursprünglich wollte Voith an den Standorten Heidenheim, Ravensburg, Krefeld und im österreichischen St. Pölten 710 Stellen streichen, rückte davon jedoch in den Verhandlungen ein Stück weit ab. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle möglichst verzichtet werden, diese würden jedoch frühestens ab Ende kommenden Jahres wirksam, teilte Voith mit. PreisproblemDamit steht bei dem 1867 gegründeten Konzern zum zweiten Mal binnen vier Jahren ein Stellenabbau in Deutschland an. Voith habe angesichts der günstiger produzierenden asiatischen Wettbewerber ein "Preisproblem", hatte Voith-Chef Hubert Lienhard Ende Mai den Stellenabbau begründet. "Mit einem Export aus Deutschland nach China können wir dort nicht am Wettbewerb teilnehmen", sagte der Manager. Voith müsse bei der Maschinenmontage in Deutschland und Österreich abspecken und in China eine komplett neue Maschine für asiatische Kunden zur Herstellung von Papier für Verpackungen, Aufklebern und Hygiene-Artikeln entwickeln. Andernfalls riskiere das Unternehmen vom Markt verdrängt zu werden.In FamilienbesitzWeltweit arbeiten gut 40.000 Mitarbeiter für Voith. Der Umsatz des im Familienbesitz befindlichen Konzerns belief sich zuletzt auf 5,6 Milliarden Euro. Neben Papiermaschinen baut Voith auch Wasserkraftwerke sowie Schiffsantriebe und erbringt Industrie-Dienstleistungen.Im Mai wollte der deutsche Maschinenbauer konzernweit noch ein wenig mehr, nämlich 710 Stellen streichen. In St. Pölten sollten damals 71 Arbeitsplätze - jeder zwölfte Job am Standort - wegfallen. (APA/Reuters)