Stahlindustrie : ThyssenKrupp: Verkauf von Tailored Blanks abgeschlossen

Der Verkauf von ThyssenKrupp Tailored Blanks an die chinesische Wuhan Iron and Steel Corporation (Wisco) ist abgeschlossen. Das Geschäft sei nach der Zustimmung durch die zuständigen Regulierungsbehörden abgeschlossen worden, teilt der Stahlkonzern mit. Der Verkaufsvertrag wurde bereits im September 2012 unterschrieben. Über den Kaufpreis machte ThyssenKrupp keine Angaben. Mit dem Schritt will der deutsche Stahlriese sein "Portfolio optimieren". Zwar teilte ThyssenKrupp mit, es sei eine Vereinbarung über den "Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze" getroffen worden, machte dazu jedoch keine konkreteren Angaben. Ob der Verkauf also Kündigungen nach sich ziehen wird, ist derzeit offen. Tailored Blanks: 40 Prozent Weltmarktanteil Tailored Blanks mit Hauptsitz in Duisburg ist ein wichtiger Zulieferer für die Automobilindustrie im Karosserie- und Fahrzeugbau. In seinem Segment hält das Unternehmen einen Anteil am Weltmarkt von etwa 40 Prozent. Kerngeschäft sind maßgeschneiderte Platinen aus Stahlblech für die Automobilindustrie. Die Gruppe erreichte zuletzt einen Jahresumsatz von 740 Millionen Euro und beschäftigt rund 930 Mitarbeiter, davon 300 in Deutschland. Zu dem Unternehmen gehören 16 Werke in Deutschland, Schweden, Italien, der Türkei, den USA, Mexiko und China. ->galerie<-Zur Herstellung von so genannten Tailored-Produkten werden einzelne Bleche verschiedener Stahlsorten oder -dicken und Oberflächenbeschichtungen zusammengesetzt und per Laser zu Platinen verschweißt. Der Aufbau der Feinblech-Zuschnitte entspricht von vornherein den Belastungsverhältnissen in den Bauteilen, die aus den Platinen geformt werden. Hierdurch entstehen deutliche Gewichts- und Kosteneinsparungen, zum Beispiel bei der Fertigung von Karosserieteilen.Auch Ravensburger Lasertechnik geht an WiscoZusammen mit Tailored Blanks wurde auch die ThyssenKrupp Lasertechnik GmbH aus Ravensburg an den chinesischen Konzern verkauft. Das Unternehmen in Ravensburg ist Zulieferer für Laserschweißanlagen sowie Systeme für Material- und Bauteilhandling, Automatisierung, Montage und Qualitätskontrolle.Der Käufer: Nummer sechs am Weltmarkt Wuhan Iron and Steel Corporation (Wisco) produziert seit 1958, es ist damit einer der ältesten Stahlproduzenten in China. Die Gruppe hat rund 80.000 Mitarbeiter und verfügt über eine Kapazität von rund 40 Millionen Tonnen. Im Vorjahr produzierte WISCO rund 36 Millionen Tonnen und war damit der sechstgrößte Hersteller weltweit. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften und Verkaufsbüros in zehn Ländern. (pm)