Supply Chain Management : Studie: EDI in Österreich noch ausbaufähig
Zehn führende Handelsunternehmen wurdenin einer von GS1 Austria beauftragten Studie zum Thema Nutzung und Abdeckungsgrad der Order2Cash-Geschäftsprozesse in der papierlosen Supply Chain befragt. Das Ergebnis: 70 Prozent stellen laufend Lieferanten auf elektronischen Datenaustausch um. Zumindest der Bestell- und Rechnungsprozess mit Lieferanten basiert bei allen Handelsunternehmen auf EDI. Dabei werden bis zu 120 Lieferanten pro Jahr neu angebunden. Auch was die Anzahl der mit EDI integrierbaren Lieferanten betrifft, ist der Plafond noch nicht erreicht. Web-EDI-Lösungen lassen EDI auch mit Kleinunternehmen wirtschaftlich werden.Die repräsentative Umfrage gab deutliche Hinweise auf das Potenzial und die Effizienz von EDI in der Wertschöpfungskette: Papierbasierte Geschäftsprozesse erfordern eine intensive manuelle Datenbearbeitung, die bei Digitalisierung entfällt. Dadurch können Informationen direkt und fehlerfrei sowie schneller und günstiger verarbeitet werden – bis zu 51 Euro können so pro Durchlauf des Order2Cash-Geschäftsprozesses eingespart werden. Die Bestellverarbeitung ist derzeit der am breitesten EDI-unterstützte Bestellprozess, doch die automatisierte, elektronische Rechnungsverarbeitung (eBilling) setzt zum Aufholkurs an: eBilling bringt große Vorteile bei der Rechnungsverarbeitung, positionsgenauen Kontrolle und Speicherung der Rechnungen.Die Anforderungen an den elektronischen Datenaustausch werden weiterhin steigen. Zentrale Treiber sind dabei Initiativen wie Extended Packaging, Lebensmittelsicherheit, Sustainability sowie ein größerer Informationsbedarf der Konsumenten, welche die Anforderungen an den Stammdatenaustausch erhöhen. Der Einsatz neuer Technologien, wie Mobile Commerce, neue Barcode-Systeme oder RFID, setzt voraus, dass die damit verarbeiteten Informationen auch durch EDI-Nachrichten abgebildet werden können. Die Internationalisierung macht die Verfügbarkeit europaweiter beziehungsweise internationaler EDI-Standards immer notwendiger.