Insolvenzen : Steirisches Metallbau-Unternehmen Kern Metalltechnik insolvent
Die Kern Metalltechnik GesmbH in Hart bei Graz hat am Montag beim Handelsgericht Graz Insolvenz angemeldet, wie die Kreditschützer AKV, KSV und Creditreform meldeten. Betroffen sind 15 Beschäftigte, das Unternehmen soll nicht fortgeführt werden. Die Überschuldung beläuft sich auf rund 1,4 Mio. Euro. Ursache für die Insolvenz soll laut AKV u.a. die eingebrochene Auftragslage gewesen sein.
Die Aktiva der 1996 gegründeten Metallverarbeitungsfirma beliefen sich zuletzt auf rund 1,07 Mio. Euro, die Passiva auf rund 2,4 Mio. Euro. Daraus ergibt sich eine Überschuldung von knapp 1,4 Mio. Euro. Zum Insolvenzverwalter wurde die Grazer Rechtsanwältin Marisa Schamesberger bestellt.
Das Unternehmen war besonders in den Bereichen Portalbau, Fassadenkonstruktionen, Vordächer, Stahlkonstruktionen, Schlosserarbeiten, Liftschächte, Brandschutztüren und Edelstahlkonstruktionen tätig. Mit rahmenlosen Glasschiebe-Elementen für Häuser und Gewerbeobjekte hatte es zwar einen Verkaufsschlager, den zuletzt aber auch die Mitbewerber verstärkt anboten. Dies hatte in diesem Bereich einen Umsatzrückgang um bis zu 70 Prozent zur Folge.
Investitionen zu Beginn der Wirtschaftskrise nachgelassen
An weiteren Insolvenzursachen wurde laut AKV angegeben, dass im August bzw. September u.a. mündlich zugesagte Aufträge mit einem Volumen von rund 0,6 Mio. Euro storniert wurden. Zudem habe seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008 die Bereitschaft zu Investitionen nachgelassen, die Zahlungsmoral sei schleppend geworden.
Ein weiterer Punkt seien sinkende Preise und die steigenden Lohnkosten gewesen. Letzteres hatte bereits die steirische Industriellenvereinigung in einer Veranstaltung vorige Woche beklagt, in Gestalt der jüngsten Einigung bei der Metallerlohnrunde. "Der kleine Stahlbaubetrieb in der Oststeiermark kann die zusätzlichen Lohnkosten in der derzeitigen Lage einfach nicht mehr verdienen", so Präsident Jochen Pildner-Steinburg. (APA)