Coronavirus

Schutzmasken: Lenzing und Palmers warten bis heute auf staatliche Aufträge

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© APA/HANS KLAUS TECHT

Die im Mai aus dem Boden gestampfte Kooperationsfirma von Lenzing und Palmers zur Produktion von Schutzmasken in Österreich (Wiener Neudorf) übt Kritik an der Regierung. "Wir haben bis zum heutigen Tag keinen öffentlichen Auftrag für Maskenlieferung bekommen", so Palmers-Chef Tino Wieser gegenüber dem ORF.

"Es wäre wünschenswert, wenn österreichisches Steuergeld für österreichische Produkte ausgegeben wird und nicht die Wertschöpfung im Ausland stattfindet", sagte Wieser. Laut dem Beitrag kauft die öffentliche Hand billiger in China ein. Eine Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums wurde der APA in Aussicht gestellt.

Monatskapazität von zwölf Millionen Stück

Auch seitens Lenzing bestätigte man auf APA-Anfrage, dass die Regierung noch keine Masken bei der Hygiene Austria LP GmbH - so heißt das Joint Venture der beiden Firmen - gekauft hat. Derzeit betrage die Monatskapazität 12 Millionen Stück. "Die Stückzahlen steigen, die Nachfrage ebenfalls", sagte ein Lenzing-Sprecher. Abnehmer seien Industrie und Gewerbe, man biete international an. Die Produktion wurde zwar coronabedingt gegründet, soll aber längerfristig bleiben. Die Kapazität soll bald auf 25 Millionen Stück erhöht werden.

Produktion wird trotzdem ausgebaut

Im April sorgte die Kooperation der beiden heimischen Traditionsfirmen für Jubelrufe aus der Politik - die österreichische Masken-Produktion wurde ausdrücklich begrüßt. "Wir haben durch Corona auch gesehen, wie wichtig es ist, dass wir in Österreich und Europa Unternehmen haben, die Schutzausrüstung produzieren können. Auf europäischer Ebene werden wir die Diskussion führen müssen, wie wir es schaffen, in Schlüsselindustrien der Medizin- und Pharmaindustrie autark zu werden", sagte Kurz im Mai bei einem Werksbesuch. (apa/red)

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