Fundstück des Monats : Scheingefechte
Die Weltwirtschaft steht, so sehen es zumindest die renommierte britische Financial Times und der nicht minder angesehene englische Economist, vor einem Abwertungswettlauf. Dieser erinnert in Form (Japan führte damals wie heute den Wettlauf an) und Zeit (er begann exakt zwei Jahre nach Ausbruch der Krise) frappant an jenen nach der Weltwirtschaftskrise 1929. Am stärksten büßte zwischen 1929 und 1933 der Yen ein – was sich als Riesenvorteil für die Wirtschaft des Landes herausstellte: Schon nach zwei Jahren war die Industrieproduktion im asiatischen Land wieder auf Vorkrisenniveau (Details siehe Grafik). Die tiefste Rezession erlebten die USA: Sie hielten am Goldstandard fest (und unterließ eine Abwertung) und kämpften drei Jahre nach Ausbruch der Krise mit einer Halbierung der Industrieproduktion. Eine drastische Warnung für die Europäer, so meint der Economist, deren Euro derzeit (trotz Schuldenkrise) nur eine Richtung kennt: Nach oben.