Tech in Use : Saugspinnen von Schmalz transportieren empfindliche PVC-Platten schonend und sicher
Mit seiner knapp 120-jährigen Erfolgsgeschichte ist Kömmerling die Traditionsmarke der profine GmbH – der International Profile Group. Mit dem Beginn der Herstellung von Kunststoffplatten im Jahr 1976 hat das Unternehmen den Grundstein für einen bedeutenden Geschäftsbereich gelegt. Seit mehr als 30 Jahren werden die PVC-Platten durch ihre Qualität und Flexibilität international geschätzt. Rund 1.100 Mitarbeiter fertigen in modernen Produktionshallen rund um die Uhr. Kömmerling produziert rund 20.000 Tonnen Platten in unterschiedlichen Formaten und Stärken von einem bis zehn Millimetern auf mehreren Fertigungslinien. Eine Linie stellt bis zu 1.000 Kilogramm Platten pro Stunde her.
Sieben verschiedene Plattenprodukte eröffnen dem Anwender eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Mit ihren individuellen Eigenschaften kommen die Kömmerling-Erzeugnisse zum Beispiel in Werbung, Messebau, Bausektor und Industrie zum Einsatz. Mit Digitaldruck weiterbearbeitet, dienen sie beispielsweise für verschiedene Werbezwecke als Schilder, Displays, Wandverkleidungen oder Deckenabhängungen.
Die Platten werden an einer sogenannten Extrusionslinie produziert: Das Rohmaterial gelangt zunächst in den Extruder. Es wird abgewogen und dosiert und gegebenenfalls mit Additiven versetzt. Kalanderwalzen formen das temperierte Material vor und die Anlage zieht das PVC-Material über eine Rollbahn ab. Eine Schneidanlage sorgt für das gewünschte Plattenformat. Abstapeleinheiten stapeln die fertige Ware ab. Ist die Palette voll, holt sie der Gabelstapler ab und fährt zum zentralen Verpackungsplatz. Von dort aus gehen die Platten an die Handelspartner.
Kömmerling-Kunden bestellen heute rund 80 Prozent der Platten mit einer speziellen Schutzfolie. Sie soll verhindern, dass die Platten durch unsachgemäßen Transport oder äußere Einflüsse beschädigt werden. Die Folie stellt allerdings eine besondere Herausforderung für das Abnehmen und Stapeln der Platten dar. Wenn die Produkte noch warm sind, dürfen beim Ansaugen der Platten durch Vakuum keine Bläschen unter der Folie entstehen, ansonsten ist die Platte nicht mehr zu verwenden. Diese Aufgabe meistern mehrere Saugspinnen von Schmalz. Probleme hatte Kömmerling mit der zuvor eingesetzten Handhabungslösung. Beim Abnehmen der Platten entstanden oftmals Abdrücke auf der Oberfläche. Diese wurden sichtbar, sobald die Kunststoffteile digital bedruckt wurden – und deswegen musste sich Kömmerling dringend nach einer neuen Lösung umsehen.
In Frage kamen mehrere Anbieter. Nach ersten Kontakten mit der J. Schmalz GmbH auf Messen präsentierten die Vakuum-Spezialisten aus Glatten schließlich mit den Saugspinnen SSP mit Flächengreifern und flexiblem Dichtschaum einen Lösungsvorschlag. Der Schaum passt sich dabei optimal an die Oberflächenstruktur der Kunststoffplatten an. „Diese Option hat uns überzeugt“, beschreibt Marko Rutz, Leitung Produktion und Logistik, Geschäftsbereich BU Halbzeuge bei der profine GmbH. Die Projektpartner näherten sich dem sehr komplexen Prozess langsam an. Die Projektierungsphase war geprägt von enger Kommunikation und Abstimmung. Die Lösung wurde immer weiter spezifiziert und exakt auf die Anforderungen von Kömmerling zugeschnitten. Mit den jetzt eingesetzten Saugspinnen bleibt die Schutzfolie gleichmäßig haften und durch das feinfühlige Ansaugen entstehen keine Lufteinschlüsse. Auch bei unterschiedlichen Belegungsgraden des Greifers werden die Platten dank intelligenter Ventiltechnik sicher gehandhabt. „Schmalz hat in dieser Phase profundes Fachwissen bewiesen“, ergänzt Andre Scherer, Leitung Anlagentechnik im Geschäftsbereich BU Halbzeuge der profine GmbH.
Der Vakuum-Spezialist war vor allem in Sachen Flexibilität und Positioniergenauigkeit gefordert. Die Handlingslösung sollte einerseits verschiedene Plattengrößen transportieren können. Außerdem musste die Anlage mit einer dynamischen Geschwindigkeitsanpassung klar kommen. Über die Steuerung sind Fahrweg, Fahrgeschwindigkeit und die Zykluszeit zum Anheben und Ablassen der Platten individuell einstellbar. Darüber hinaus ist es erforderlich, die Platten sehr genau abzulegen. Um Ausschuss zu verhindern, dürfen beispielsweise keine Kanten überstehen. Für Peter Gröning, Leiter Geschäftsentwicklung und Systemhaus, Vakuum-Greifsysteme bei Schmalz, eine anspruchsvolle Aufgabe. „Unsere Spezialisten haben sich intensiv mit diesen Herausforderungen auseinandergesetzt und schließlich ein passendes System präsentiert.“
Kömmerling setzt jetzt mehrere Vakuum-Saugspinnen SSP von Schmalz ein, die speziell für die Automatisierung von Handhabungsabläufen in Fertigungsprozessen konzipiert sind. Die Saugspinnen lassen sich durch ein Baukastensystem mit standardisierten, aufeinander abgestimmten Einzelkomponenten flexibel an kundenspezifische Anforderungen anpassen. Basiskomponenten aus Aluminium, Stahlrohr und Kunststoff machen sie besonders leicht. Dennoch bieten die Saugspinnen eine hohe Steifigkeit. Eine integrierte Systemüberwachung und innovative Sensorik erhöhen die Prozesssicherheit. Die Saugspinne ist flexibel einsetzbar, weil sie Werkstücke unterschiedlicher Art und Größe greift. Bei Kömmerling arbeiten die Vakuum-Saugspinnen am Ende des Produktionsprozesses der PVC-Platten. Sie entnehmen die fertigen Platten mit unterschiedlichen Maßen und stapeln sie auf Paletten ab. Dabei spielt es keine Rolle mehr, welche Größe sich auf der Linie befindet. Bei der vorherigen Lösung musste bei wechselnden Formaten noch umständlich nachjustiert werden. Die Schmalz-Entwicklung nimmt verschiedene Größen und Stärken zuverlässig ab – bis zum Maximalmaß von 1.560 x 4.000 mm. Die Anlage passt sich je nach Auslastung den unterschiedlichen Fahrwegen, Geschwindigkeiten und Zykluszeiten an. Zudem werden die Platten sehr feinfühlig und genau abgelegt. Ein Abstehen der Platten wird verhindert, Ausschuss vermieden.
Seit mehr als eineinhalb Jahren arbeiten die Kömmerling-Beschäftigten mit der Lösung von Schmalz. Das Unternehmen erzielte im Vergleich zur vorherigen Lösung deutliche Kosteneinsparungen. „Außerdem laufen die Prozesse schneller und wir schaffen einen höheren Durchsatz“, freut sich Marko Rutz. Durch die hohe Zuverlässigkeit, Präzision und Flexibilität der Vakuum-Saugspinne konnte der Spezialist für Kunststoff-Profilsysteme auch die Prozesssicherheit deutlich erhöhen. Die Zusammenarbeit mit Schmalz bezeichnet Kömmerling als vorbildlich. „Gerade in schwierigen Situationen waren die Mitarbeiter von Schmalz mit Rat und Tat zur Stelle. Die Kooperation war lösungsorientiert, partnerschaftlich und verlief immer auf Augenhöhe“, meint Andre Scherer.