Effiziente Produktion : Produktionswettbewerb Fabrik2016: So effizient fertigt Rosenbauer im Werk Leonding II

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Mit breiter Produktvarianz in strikter Linienführung sind auch andere Fertigungsunternehmen konfrontiert. Doch Ergebnisse, wie sie im Werk Leonding II des Feuerwehrausstatters Rosenbauer anzutreffen sind, sind eine Ausnahmeerscheinung in der Industrie: Seitdem im Jahr 2015 der Vollbetrieb der Linienmontage des Kommunallöschfahrzeugs AT aufgenommen wurde, "haben wir keinen Takt verloren", schildert Christian Kleebauer. Er ist Head of Area Central and Eastern Europe bei Rosenbauer, als solcher für alle Produktionen im CEE-Raum verantwortlich und weiß, was es heißt, ein Pull-Prinzip bei annähernd Losgröße 1 (Kleebauer spricht von 3000 unterschiedlichen "Code-Beschreibungen" beim AT) konsequent umzusetzen: "Früher lebten wir das Prinzip nicht in letzter Konsequenz, wir kommissionierten mitunter auch auftragsbezogen und pufferten Material vor der Linie", schildert er. Im 2014 bezogenen Werk Leonding II - ein ehemaliger Standort des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson - "liefert die Vorfertigung nun taktgenau an", schildert Kleebauer.

Harte Taktung.

Alle 6,7 Stunden verlässt aktuell ein AT die Rosenbauer-Montage (Jahresvolumen: 285 Stück). Beim in Leonding ebenfalls in hoher Stückzahl gefertigten Flughafenlöschfahrzeug Panther (ebenfalls im Fertigungsprogramm: das Panther-Chassis) dauert ein Takt zur Zeit exakt 13,4 Stunden. Für soviel wiederkehrende Präzision war eine Unmenge an Detailmaßnahmen wie etwa Werkzeugadaptionen, Montagehilfen und Zeitermittlungen für die 13 Montageschritte nötig, so Kleebauer. Aus dem Blickwinkel des Lean Managements betrachtet, bei Rosenbauer „SAFE – Synchrone Arbeits- und Fertigungsprozesse“ genannt, ist das Werk somit ziemlich überzeugend: Über eine Informationsstation an jedem Arbeitsplatz - Montageckockpit bezeichnet - gelangen wichtige auftragsbezogene Informationen zum Werker. Das konzerneigene SVP-System (SAFE-Verbesserungs-Prozess)zur kontinuierlichen Verbesserung wurde stetig weiterentwickelt. Und auch in Sachen Arbeitsplatzergonomie ist das Werk II konsequent auf moderne Industrie 4.0-Fertigung ausgerichtet.

Strenge Prozessorientierung nicht nur in der Montage, sondern auch in den vor- und nachgelagerten Schritten könnte also neben einem stringenten Kaizen-Ansatz das Finalticket für die Oberösterreicher - bereits 2011 Finalist - sein.