Erstes Quartal : OMV steigert Umsatz und Gewinn

Damit entwickelten sich die Erlöse der OMV in den ersten drei Monaten etwas schwächer als erwartet - von der APA befragte Analysten hatten mit einem Umsatzplus von 11 Prozent gerechnet. Der Rückgang des CCS-bereinigten Nettogewinns fiel jedoch weniger deutlich aus als befürchtet, hier hatten die Analysten einen Einbruch um 12 Prozent erwartet. Das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis (CCS EBIT) verbesserte sich um 6 Prozent auf 851 Millionen Euro.Performance-Steigerung "Trotz der Veräußerungen in der britischen Nordsee und dem Produktionsstopp in Schiehallion (GB), um die Feldneuentwicklung voranzutreiben, konnten wir unsere Produktion gegenüber Q4/12 steigern", kommentierte OMV-Chef Gerhard Roiss das Ergebnis laut Aussendung. "Als Teil unseres Performancesteigerungs-Programms 'energize OMV' konnten wir das Working Capital um mehr als 500 Millionen reduzieren. Diese ausgezeichneten Ergebnisse des ersten Quartals und unsere starke Cashflow-Generierung bestätigen unsere Fortschritte zur Erreichung der ehrgeizigen Profitabilitätsziele und unterstützen unser Investitionsprogramm.“ Die Umsatzsteigerung um 4 Prozent hat die OMV vor allem durch höhere Gas-Verkaufsmengen erreicht. Die gesamte Tagesproduktion von Erdöl, NGL (Natural Gas Liquids) und Erdgas lag mit 302.000 boe um 1 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals 2012, wobei es bei Öl und NGL wegen der Wiederaufnahme der Produktion in Libyen und im Jemen eine Steigerung um 4 Prozent gab. Die Gesamtverkaufsmenge sank vor allem wegen geringerer Verkäufe in Libyen, Österreich und Großbritannien um 9 Prozent.EBIT deutlich gestiegen Das Konzern-EBIT lag mit 1,261 Milliarden Euro deutlich über dem Wert vor einem Jahr (912 Millionen Euro). Das liege vor allem an dem einmaligen positiven EBIT-Effekt von 440 Millionen Euro durch den abgeschlossenen Verkauf von LMG Lagermanagement GmbH (LMG), einem Unternehmen, das einen Großteil der österreichischer Pflichtnotstandsreserve der OMV hält und verwaltet, aber auch an wesentlich besseren Raffinerie- und Petrochemie-Margen. Auch die Netto-Sondererträge von 427 Millionen Euro stammen vor allem aus dem LMG-Verkauf. Der EBIT-Beitrag der Rumänien-Tochter Petrom lag mit 351 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahresquartals (413 Millionen Euro), da heuer der Explorationsaufwand höher war und die Verkaufsmenge im E&P-Bereich geringer. Das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis (CCS EBIT) von Sondereffekten stieg von 800 Millionen Euro auf 851 Millionen Euro – dabei wurden negative CCS-Effekte von 17 Millionen Euro gebucht. Der Beitrag der Petrom lag mit 360 Millionen Euro um 5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Der Finanzerfolg war mit -58 Millionen Euro deutlich schlechter als im ersten Quartal 2012 (-10 Millionen Euro). Die Ursache seien vor allem geringere Ergebnisbeiträge von assoziierten Unternehmen, heißt es im Quartalsbericht. Die laufenden Ertragsteuern des OMV-Konzerns betrugen im ersten Quartal 270 Millionen Euro. Die effektive Steuerquote verringerte sich von 31 auf 21 Prozent - ebenfalls eine Folge des LMG-Verkaufs, aber auch geringerer Verkaufsmengen in Libyen. Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss stieg von 452 Millionen Euro auf 786 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie im Quartal lag bei 2,41 Euro, das CCS-Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten betrug 1,07 Euro (nach 1,39 Euro). Die OMV hat ihre Nettoverschuldung gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal um 37 Prozent auf 2,415 Milliarden Euro reduziert, der Verschuldungsgrad beträgt 15 Prozent. Der Cash-Flow aus der Betriebstätigkeit stieg um 9 Prozent auf 1,405 Milliarden Euro. Die Reduktion der Belegschaft im Gesamtkonzern wird weiter fortgesetzt - die Mitarbeiterzahl sank im Jahresabstand um 5 Prozent auf 27.777. Für das Gesamtjahr 2013 erwartet die OMV, dass der durchschnittliche Brent-Rohölpreis weiterhin über 100 Dollar je Barrel liegen wird. Auf den europäischen Gasmärkten dürften die Preise weiterhin zunehmend durch Hubpreise statt durch an den Ölpreis gebundene Gaspreise beeinflusst werden. In Rumänien werden die Gaspreise liberalisiert, im Juli und Oktober soll dort der Gaspreis für Nicht-Privathaushalte erhöht werden. Die Raffinerie-Margen werden aufgrund gedämpfter Nachfrage - und weil OMV-Kapazitäten wieder in Betrieb gehen - heuer auf ein "moderates Niveau" zurückgehen, so die Erwartung. Im Petrochemie-Geschäft sollen die Margen auf dem Niveau von 2012 bleiben. Das Tankstellengeschäft kämpft weiterhin mit einer schwachen Nachfrage. (APA)