Elektromobilität : Neuheiten für die Elektro-Flotte

Immer mehr Unternehmen steigen in die Elektromobilität ein. Kein Wunder: lässt sich dadurch doch die betriebliche CO2-Bilanz optimieren. Doch der Einstieg ins betriebliche Elektro-Zeitalter kann auch die Gewinn- und Verlustrechnung verbessern: Für Fahrzeuge, mit denen regelmäßige, planbare Fahrten von weniger als 100 Kilometern zurückgelegt werden und die über Nacht laden können, lohnt sich der Umstieg auf die Elektromobilität längst.

Denn Elektroautos, die als Firmenfahrzeuge genutzt werden, sind vorsteuerabzugsfähig. Für die Wägen entfällt auch die NoVa und die motorbezogene Versicherungssteuer. In der Anschaffung zwar etwas teurer als vergleichbare Verbrenner liegen die Betriebskosten deutlich unter jenen der Benzin- und Dieselautos. Das Laden mit Strom ist bei 2 Euro 50 Cent pro 100 km deutlich günstiger als herkömmliches Tanken. Auch bei Wartung und Reparaturen fallen bei einem Elektroauto weitaus niedrigere Kosten an. Und ein besonderes Zuckerl für Ihre Mitarbeiter: Die teilweise oder völlig kostenlose Nutzung des elektrischen Firmen-KFZ durch einen Dienstnehmer für außerbetriebliche Fahrten stellt keinen Sachbezug dar. Das bedeutet, der Lohnsteuer- und Sozialversicherungsanteil des „geldwerten“ Vorteils aus der Nutzung des Elektromobils muss dem Dienstnehmer nicht mehr vom Nettogehalt abgezogen werden.

Und die Auswahl für Firmenkunden steigt: Denn ab 2020 gelten verbindlich vorgegebene Flottengrenzwerte für die Autobauer. Dabei werden die durchschnittlichen Abgaswerte der gesamten Modellpalette eines Herstellers betrachtet – was den Druck auf die Industrie, Elektroautos zu präsentieren, enorm erhöht. Welche Hersteller mit neuen E-Fahrzeugen schon heuer an ihren Flottenwerten drehen und welche Modelle Sie für Ihre Firmenflotte bald erwerben können – ein Überblick.

Lesen Sie hier auch den Kommentar unseres Redakteurs zum Thema.

Audi e-tron: Stromer im schicken Ingolstädter Design

Dass Elektrofahrzeuge nicht hässlich sein müssen, beweist Audi mit seinem neuen e-tron. Optisch fügt sich der Neue nahtlos in die Designlinie der Ingolstädter ein – zeitlos, modern mit schicken Applikationen und einem auffälligen Lichtband am Heck. Als erster rein elektrischer Audi besitzt er eine alltagstaugliche Reichweite – Audi spricht von „mehr als 400 Kilometern“. Die beiden Akkus – rund 700 Kilogramm schwer mit einer Kapazität von 95 kWh – sind im Unterboden des SUV verbaut und treiben das 2,5 Tonnen schwere Gefährt mit einer kombinierten Systemleistung von insgesamt 300 kW an. Einer an der Hinter-, einer an der Vorderachse, sodass der e-tron immer mit Allrad fährt. Die Kräfteverteilung wird innerhalb von Millisekunden der Fahrsituation angepasst. Im Inneren unterscheidet sich der e-tron kaum von anderen Audis der Oberklasse: feine Materialien, hochwertige Verarbeitung und drei digitale Bildschirme mit der Audi-typischen und simplen Bedienlogik. Gegen Aufpreis lassen sich die Außenspiegel gegen Kameras tauschen. Zwei kleine Bildschirme an den Türen zeigen dann, was hinter dem Fahrzeug passiert. Vor allem nachts soll die Umgebung besser dargestellt werden können. Übrigens: Auf die Akkus des e-tron will Audi voraussichtlich eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Betriebskilometern geben.

Porsche Taycan: Der erste Porsche-Stromer wird preiswerter als erwartet

Spätestens zur IAA am 12. September wird Porsche seinen rein elektrischen Taycan vorstellen. 20.000 Personen haben schon angezahlt – und eine Preisobergrenze für das Basismodell ist Mitte März auch schon durchgesickert: Maximal 120.000 Euro soll der an den neuen Porsche 911 erinnernde Stromer kosten. Auffällig: Das durchlaufende, schmale Leuchtband am Heck, das aus der Studie übernommen wurde. Im Inneren gibt es vier Einzelsitze, die an Rennschalen erinnern. Die Bedienung des Cockpits erfolgt über Gesten- und Blicksteuerung sowie über Hologramme. Infotainment, Navigation und Klimaanlage lassen sich über Apps am Touchscreen in der Mittelkonsole steuern. Zwei E-Motoren mit einer Leistung von 440 kW wuchten den E-Sportwagen in 3,5 Sekunden auf 100 km/h. Bei 250 km/h ist allerdings Schluss – höhere Geschwindigkeiten erzeugen ungesund hohe Temperaturen und reduzieren die Reichweite. Diese gibt Porsche übrigens mit rund 500 Kilometern an. Dank der 800-Volt-Batterietechnik soll die Ladezeit auf rund 15 Minuten für 80 Prozent (entspricht 400 km Reichweite) reduziert werden. Die gesamte Taycan-Produktion soll übrigens durch autonom fahrende Transportsysteme CO2-neutral stattfinden.

Microlino: Schweizer Newcomer im Isetta-Look

Die Schweizer Firma Micro – Produzent von Tretrollern für Erwachsene – erweitert sein Portfolio und beginnt im April 2019 mit der Produktion eines Elektro-Kleinwagens bei Artega in Deutschland. Pro Jahr sollen in Delbrück 8.000 Fahrzeuge gefertigt werden – 13.000 Reservierungen soll es bereits geben. Optisch ähnelt der Microlino einer BMW Isetta – und öffnet ebenfalls nach vorn. Das Einsteigermodell wird es bereits für 12.000 Euro geben. Das 2,40 Meter lange Gefährt wiegt ohne Batterie 450 Kilogramm. Anders als die Original-Isetta kommt der Microlino mit Heckklappe und Kofferraum daher, der immerhin 300 Liter fassen kann. Der 15 kW starke E-Motor mit 110 Nm Drehmoment beschleunigt innerhalb von 5 Sekunden auf 50 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 90 km/h. Zur Wahl stehen zwei Akku-Größen: Die kleine Variante mit 8 kWh kommt auf 120 Kilometer und lädt auf 80 Prozent innerhalb einer Stunde. Der große 14,4-kWh-Akku schafft knapp 215 Kilometer, braucht allerdings auch bis zu 6 Stunden, um vollständig zu laden.

e.Go Life: Streetscooter-Start-up mit einem Hauch von Smart

Das Start-up-Team der Uni Aachen, das bereits 2014 mit dem Elektro-Transporter Streetscooter aufgefallen ist – die Deutsche Post kaufte das Unternehmen und integrierte es in die eigene Flotte –, legt nun mit einem günstigen Elektro-Kleinwagen nach. Gemeinsam mit italienischen Designern wurde der e.Go Life konzipiert und weckt dank seiner kurzen Haube, dem steilen Heck und den runden Kulleraugen Assoziationen an Smart und Mini. In 3,4 Sekunden schafft der Kleine den Sprint auf 50 km/h – genug für einen flotten Start im Stadtverkehr – und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 152 km/h. Die Batterien fassen je nach Version zwischen 14,9 und 23,9 kWh, was einer NEFZ-Reichweite von 124 bis 184 Kilometern entspricht. Im Inneren geht es eher puristisch zu. Platztechnisch ist der e.Go aber erstaunlich großzügig. Die Einstiegspreise des e.Go liegen bei rund 15.900 Euro.

Mini E: Der neueste Stromer von BMW wird ein Mini

BMWs nächstes Elektrofahrzeug kommt von Mini, mit der Batterietechnik des i3. Optisch unterscheidet sich der E-Mini nur in kleinen Details vom Bruder: Geschlossener Kühlergrill, ein spezielles Felgen-Design und senfgelbe Applikationen an der Front, den Spiegeln und im Dachbereich verweisen auf den elektrischen Antrieb. Über das Innere schweigt BMW noch. Ähnlich dem i3 kommt ein 170 PS starker E-Motor zum Einsatz, der eine Reichweite von rund 300 Kilometern bietet. Während BMW beim i3 auf Heckantrieb setzt, wird der neue E-Mini über die Vorderräder angetrieben. Bei 150 km/h soll Schluss ein. Der tiefe Schwerpunkt, das hohe Gewicht der Stahl-Karosserie sowie der enge Radstand versprechen jedenfalls ein höchst unterhaltsames Fahrvergnügen.

Peugeot e-208

Ab Juni entlässt Peugeot seinen neuen, schicken e-208 auf die Straße. Nur kleine optische Details unterscheiden den elektrischen 208 von seinen Brüdern mit Verbrennungsmotor: Der Kühlergrill trägt die Karosserie-Farbe und der Löwe auf der Haube ändert je nach Blickwinkel seinen Farbton. Im Inneren setzt Peugeot auf das neue 3D-i- Cockpit: ein höher ins Blickfeld gerichtetes 3D-Kombiinstrument, ein 10 Zoll großer Touchscreen und ein kompaktes Multifunktionslenkrad. Der Akku besteht aus insgesamt 18 Paketen mit 12 Zellen und einer Kapazität von 50 kW.

Peugeot gibt die Reichweite mit 340 Kilometern an. Der E-Motor leistet 100 kW und beschleunigt den kleinen Franzosen innerhalb von 8,1 Sekunden auf 100 km/h. Drei Fahrmodi und Einstellungen zum Bremsverhalten optimieren die Reichweite und die Rekuperation.

VW ID Neo: Der erste vollvernetzte Stromer aus Wolfsburg ist da

Volkswagen ist spät dran: Während die Konkurrenz teilweise schon in mehreren Modellgenerationen Elektroautos verkauft, hechelt der Marktführer dem Trend noch mit umgebauten Golf- und Up-Modellen hinterher. Hochgestecktes Ziel: Der ID Neo soll zum Golf einer neuen Generation werden und E-Mobilität massentauglich machen. Wie? Zwei E-Motoren mit 80 kW vorn und 150 kW hinten sowie eine Batterie mit 100 kWh – später soll diese über Induktion geladen werden – könnten dem Neo

eine Reichweite zwischen 330 und 550 Kilometern bescheren. Abgeriegelt wird bei 160 km/h. Das futuristische Cockpit besteht aus einem winzigen Display über dem Lenkrad, einem großen Touchscreen direkt daneben sowie der neuesten Generation des Head-up-Displays: dreimal so große Projektionsfläche und Grafiken in Augmented Reality. Von den Fensterhebern abgesehen gibt es im neuen E-VW keine haptischen Schalter mehr.