Stahlindustrie

Merkel zum Stahlmarkt: China ist für Dumping mitverantwortlich

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Dumpingpraktiken auf dem Welt-Stahlmärkten kritisiert und China dafür eine Mitverantwortung gegeben. Beim G-20-Gipfel in Hamburg im Juli hätten sich die großen Industrie- und Schwellenländer intensiv mit diesem Thema beschäftigt, sagte Merkel bei einer Podiumsdiskussion ihrer Partei am gestrigen Sonntag in Dortmund.

Angela Merkel findet schöne Worte für ihre Sonntagsrede

Sie sprach von "Dumpingvorgängen, vieles auch aus China kommend", die die Preisbasis beim Stahl zerrüttet hätten. Zugleich würden dann noch an die Stahlindustrie vielerorts höchste Umweltanforderungen gestellt, die für die Branche teils gar nicht erreichbar seien.

Merkel nannte die Stahlbranche ein Feld, das exemplarisch für die Globalisierung stehe. Sie unterstrich in diesem Zusammenhang zugleich die Bedeutung, die die Industrie insgesamt für Deutschland als Wirtschaftsstandort mit einem Anteil von gut 20 Prozent an der hiesigen Wertschöpfung hat.

Preise beim Stahl "zerrüttet"

"Jeder Industriearbeitsplatz zieht natürlich eine ganz Reihe anderer Arbeitsplätze nach sich", beschrieb sie zentrale Rolle des verarbeitenden Gewerbes. Insofern sei die industrielle Stärke Deutschland eine Grundvoraussetzung dafür, dass Deutschlands Arbeitsmarkt vergleichsweise gut dastehe.

Trump kritisiert gleich alle Importeure

Die Handelspraktiken auf dem Stahlmärkten in der Welt sind seit langem ein großes Streitthema in der internationalen Handelspolitik. So wirft US-Präsident Donald Trump chinesischen, aber auch deutschen und anderen europäischen Stahlproduzenten, Dumping-Praktiken vor. Seine Regierung hat als Antwort darauf bereits in Einzelfällen Strafzölle verhängt und untersucht weitere Verdachtsfälle.

Aber auch die Europäer werfen China, dem weltweit größten Stahlproduzenten mit riesigen Überkapazitäten, Preisdumping vor und verhängten gerade erst wieder Strafzölle gegen China-Importe einiger Stahlprodukte.

Beim G-20-Gipfel in Hamburg war beschlossen worden, zunächst zu versuchen, diese Probleme auf multilateraler Ebene in einem globalen Stahlforum zu entschärfen - bisher ohne sichtbare Erfolge. (reuters/apa/red)