Entgeltliche Einschaltung

Künstliche Intelligenz : KI ist Chefsache – Warum Führungskräfte jetzt handeln müssen

AI Image, Shutterstock

Imagesujet KI

- © Shutterstock 2750819761

Doch was bedeutet das konkret für Führungskräfte? Welche Kompetenzen sind künftig gefragt und wie gelingt es Unternehmen, das Potenzial von KI nachhaltig zu nutzen? Sechs Expert*innen aus Wirtschaft und Executive Education geben Einblick in ihre Erfahrungen und zeigen, warum KI heute Chefsache ist.

  • Portraitbild Harald Gindl, MBA
    Harald Gindl, MBA | CFO Swietelsky AG

    Harald Gindl ist seit 2022 CFO und Mitglied des Vorstands der SWIETELSKY AG. Seit 2000 im Unternehmen, übernahm er 2007 die Leitung für Rechnungswesen und Controlling sowie Unternehmensentwicklung und wurde 2021 in den Vorstand für das Ressort International berufen. Zuvor sammelte er Managementerfahrung als Geschäftsführer in der Automobilindustrie und Unternehmensberatung.

Warum ist KI heute eine Führungsaufgabe – und welche Weichen müssen Führungskräfte jetzt stellen?

KI ist nicht auf einzelne Abteilungen oder IT-Projekte beschränkt. Es geht daher nicht darum, einfach eine weitere Software einzuführen. Entscheidend ist, wo KI im Alltag der Mitarbeitenden Nutzen stiftet und neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Dafür braucht es verlässliche Daten, klare Zuständigkeiten und sauber definierte Prozesse. Genau daran scheitert es in der Praxis eher als an der Technik. Wenn Entscheidungen über zu viele Ebenen laufen, wird auch ein gutes Werkzeug langsam. 

KI ist Führungsaufgabe, weil KI-Transformationen Daten, Prozesse, Schulungen und das Change-Management betreffen. Dieser Querschnitt an Themen erfordert Führung, klare Richtung und muss strategisch verankert werden. Es geht über neue Arbeitsmittel hinaus und wird viele Unternehmensbereiche grundlegend beeinflussen. Geschäftsmodelle sind neu zu denken, interne Schulungsprogramme weiterzuentwickeln und an eine Arbeitswelt mit nahezu unbegrenztem Wissen anzupassen. Dafür braucht es einen Rahmen, der Mitarbeitende unterstützt, Orientierung gibt und den „Human in the Loop“ stärkt. 

Im Baugeschäft wird KI dazu beitragen, Engineering-Prozesse zu beschleunigen und damit mittelfristig auch unser Kerngeschäft zu verändern. Sie spart Zeit und erleichtert die Vorbereitung, die fachliche Verantwortung bleibt jedoch bei den zuständigen Expertinnen und Experten. Genau hier zeigt sich Führungsverantwortung. 

Unternehmen sollten mit Anwendungsfällen beginnen, deren Nutzen klar erkennbar und deren Einsatz gut steuerbar ist. Führung bedeutet dabei, zuzuhören, nachzujustieren und auch konsequent zu entscheiden, wenn ein Versuch nicht den erwarteten Mehrwert bringt. Am Ende muss KI Strategie und Geschäftsmodell beschleunigen und wirtschaftlichen Mehrwert erzeugen.

  • Portraitbild Mag. Wolfgang Spitzenberger, MBA
    Mag. Wolfgang Spitzenberger, MBA | Head of HR & Innovation, RLB OÖ

    Wolfgang Spitzenberger ist Leiter Human Resources Management und Innovation in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Seit 2019 verantwortet er die strategische und operative Personalarbeit und treibt Innovationsinitiativen im Unternehmen voran. Sein Fokus liegt aktuell darauf, Mitarbeitende für die Anforderungen einer zunehmend digitalen und KI-gestützten Arbeitswelt zu befähigen und eine zukunftsorientierte Leistungskultur zu fördern.

Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte und Mitarbeitende, um KI erfolgreich im Unternehmen einzusetzen?

Deshalb brauchen Führungskräfte und Mitarbeitende ein gemeinsames Verständnis darüber, was KI leisten kann, wo ihre Grenzen liegen und wie Ergebnisse verantwortungsvoll bewertet werden. Grundlagen dafür sind digitale Kompetenz, Datenverständnis, kritisches Denken und die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen.

Für Führungskräfte gewinnen vor allem strategische Orientierung, Innovationsfähigkeit und Kommunikation an Bedeutung. Sie müssen erkennen, wo KI echten Kundennutzen schafft, Veränderungen aktiv gestalten und Mitarbeitende für neue Wege begeistern. Führung entwickelt sich dabei von Kontrolle hin zu Befähigung: Vertrauen, Delegation, Feedback und klare Zielorientierung werden entscheidende Erfolgsfaktoren. Gleichzeitig bleibt Einfühlungsvermögen wichtig, um Orientierung zu geben und Sicherheit im Wandel zu schaffen.

Künstliche Intelligenz wird nicht durch Technologie erfolgreich, sondern durch die Menschen, die sie einsetzen.
Mag. Wolfgang Spitzenberger, MBA

Auch für Mitarbeitende verändert sich das Kompetenzprofil. Neben fachlichem Know-how werden Lernbereitschaft, Neugier und Veränderungsfähigkeit immer wichtiger. Wer KI nutzt, muss Ergebnisse kritisch hinterfragen und Verantwortung für deren Anwendung übernehmen. Menschliche Erfahrung, Urteilsvermögen und Kundenverständnis bleiben unverzichtbar.

Die Zusammenarbeit wird stärker von Transparenz, Vertrauen und einer offenen Lern- und Feedbackkultur geprägt. Erfolgreiche KI-Lösungen entstehen meist im Zusammenspiel unterschiedlicher Fachbereiche. Deshalb gewinnen Kommunikation, Kooperation und bereichsübergreifendes Arbeiten weiter an Bedeutung.

Künftig sind nicht einzelne Technikkenntnisse entscheidend, sondern ein Bündel aus digitalen Kompetenzen, Lernfähigkeit, kritischem Denken, Veränderungsbereitschaft, Zusammenarbeit und verantwortungsvollem Handeln. Unternehmen sind erfolgreich, wenn sie technologische Möglichkeiten mit einer starken Leistungskultur verbinden: Kundennutzen schaffen, Neues ausprobieren, kontinuierlich lernen und gemeinsam besser werden.

  • Portraitbild Mag. Alfred Ortig
    Mag. Albert Ortig | CEO Netural

    Albert Ortig ist Gründer und CEO des Linzer Digitalunternehmens Netural, aus dem Technologieunternehmen wie Storyblok und Roomle hervorgegangen sind. 2023 gründete er gemeinsam mit Prof. Sepp Hochreiter das KI-Unternehmen NXAI. Sein Fokus liegt auf dem produktiven Einsatz von KI in der Industrie und der Übersetzung neuer Möglichkeiten in tragfähige Geschäftsmodelle.

Welche Erfolgsfaktoren entscheiden darüber, ob KI ihr Potenzial im Unternehmen entfalten kann?

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist aus meiner Sicht die Haltung der Führung. Erfolgreiche Unternehmen behandeln KI nicht als Technologieprojekt, das man an die IT delegiert, sondern als strategische Frage: Wo entsteht in unserem Geschäftsmodell messbarer Wert? Dazu gehört auch, dass das Management selbst mit den Systemen arbeitet und ein eigenes Urteilsvermögen entwickelt. Nur wer selbst damit arbeitet, kann die Möglichkeiten realistisch einschätzen.

In unseren Projekten bei Netural sehen wir ein klares Muster: Erfolgreiche Vorhaben starten mit einem präzise definierten Anwendungsfall und einem messbaren wirtschaftlichen Ziel. Die Fachleute aus den betroffenen Bereichen sind von Anfang an eingebunden. Wenn Projekte scheitern, liegt das selten an der Technologie, sondern fast immer an fehlender Klarheit über das Problem oder an mangelnder Datenqualität.

Was vielen Unternehmen fehlt, sind Menschen, die die neuen Möglichkeiten überhaupt denken können. Vieles, was gestern noch Fantasie war, ist heute machbar. Wer jahrelang gelernt hat, solche Ideen als unrealistisch auszusortieren, erkennt die Chancen jetzt nicht. Diese Denkfähigkeit muss man gezielt ins Unternehmen holen oder entwickeln. Und dann braucht es Geschwindigkeit im Lernen: früh und in überschaubarem Rahmen produktive Erfahrungen sammeln, statt jahrelang Konzepte zu schreiben. Aus dieser Praxis entsteht die Kompetenz, die Unternehmen in den nächsten Jahren brauchen werden.

  • Portraitbild Mag. Isabella Lehner, MBA
    Mag. Isabella Lehner, MBA | Vorstand Oberbank AG & LIMAK Obfrau

    Isabella Lehner ist Vorständin der Oberbank AG mit den Verantwortungsbereichen IT, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie Obfrau des LIMAK Clubs. Ihr Fokus liegt auf mit den Auswirkungen neuer Technologien auf Unternehmen und Führung sowie auf einer praxisnahen, verantwortungsvollen Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Organisationen.

Wie gelingt es Unternehmen, Künstliche Intelligenz erfolgreich in den Arbeitsalltag zu integrieren?

Künstliche Intelligenz erfolgreich einzuführen ist in erster Linie keine technologische, sondern eine strategische und kulturelle Aufgabe. Viele Unternehmen investieren derzeit in neue Tools, doch der entscheidende Erfolgsfaktor liegt darin, die Menschen mitzunehmen. Mitarbeiter müssen verstehen, welchen konkreten Nutzen KI für ihre tägliche Arbeit bringt. Wenn KI als Unterstützung erlebt wird, die Routineaufgaben vereinfacht, Zeit schafft und bessere Entscheidungen ermöglicht, steigt auch die Akzeptanz. Führungskräfte haben dabei die Aufgabe, Orientierung zu geben, Unsicherheiten abzubauen und selbst als Vorbild voranzugehen.

Ebenso wichtig ist es, KI nicht als isoliertes IT-Projekt zu betrachten. Erfolgreiche Unternehmen verankern das Thema in ihrer Gesamtstrategie. Dazu gehören klare Ziele, eine moderne Datenbasis, verbindliche Rahmenbedingungen für den verantwortungsvollen Einsatz von KI sowie gezielte Investitionen in Weiterbildung. Künftig wird KI-Kompetenz zu den grundlegenden Fähigkeiten in vielen Berufsbildern gehören. Lernen und Veränderungsbereitschaft werden damit zu zentralen Erfolgsfaktoren für Unternehmen und deren Mitarbeiter.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass praktische Anwendungsfälle die größte Wirkung erzielen. Sobald Mitarbeiter erleben, wie KI sie bei Recherchen, der Erstellung von Entwürfen oder der Analyse von Informationen unterstützt, entstehen Neugier und Eigeninitiative. Genau hier zeigt sich die Rolle von Führung. Führungskräfte müssen Experimentierfreude ermöglichen, eine offene Lernkultur fördern und gleichzeitig einen verantwortungsvollen Umgang sicherstellen. 

Nicht die Technologie selbst wird über den Unternehmenserfolg entscheiden, sondern die Fähigkeit von Führungskräften, KI rasch und konsequent in konkrete Mehrwerte für Kunden, Mitarbeiter und das Unternehmen zu übersetzen.
Mag. Isabella Lehner, MBA
  • Portraitbild Mag. iur. Karina Zeipper, MBA
    Mag. iur. Karina Zeipper, MBA | Leitung Personalmanagement ÖBB Infrastruktur AG

    Karina Zeipper verfügt über langjährige Erfahrung als HR-Leiterin in internationalen Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen. Heute leitet sie das Personalmanagement der ÖBB-Infrastruktur AG und begleitet Unternehmen und Führungskräfte mit moderner HR-Excellence, juristischer Expertise und einem ganzheitlichen Blick auf Organisation und Kultur.

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Rolle von Führungskräften im Arbeitsalltag?

Orientierung wird zur zentralen Führungsaufgabe
Erkenntnisse aus der Transformationsforschung zeigen, dass Veränderungsvorhaben häufig nicht an der Technologie selbst scheitern, sondern an mangelnder Einbindung, fehlender Kommunikation, unklarer Orientierung oder unzureichender Führung. In Phasen tiefgreifender Veränderung stellen Mitarbeitende grundlegende Fragen: Was bedeutet KI für meine Arbeit? Welche Kompetenzen brauche ich künftig? Welche Aufgabe übernimmt die Technologie und wo bleibt der Mensch verantwortlich? Welche Entwicklungsmöglichkeiten entstehen für mich? Führungskräfte müssen diese Fragen aktiv aufgreifen. Dabei geht es nicht darum, bereits jede Antwort zu kennen. Entscheidend sind Transparenz, Einordnung und ein glaubwürdiges Zukunftsbild. Eine verständliche Vision wirkt als Wegweiser im Arbeitsalltag und als stabilisierender Rahmen in einer Phase der Unsicherheit. Sie zeigt, warum Veränderung notwendig ist und welchen Beitrag Einzelne leisten können.

Vertrauen, Kommunikation und Zusammenarbeit
Mit KI verschiebt sich auch das Führungsverständnis. Mitarbeitende arbeiten zunehmend selbständiger, flexibel und technologiegestützt. Klassische Kontrollmechanismen verlieren an Wirksamkeit. Vertrauen, klare Zielbilder und nachvollziehbare Leitplanken werden wichtiger. Vertrauen entsteht dabei nicht durch grenzenlose Freiheit, sondern durch Qualitätssicherung und verlässliche Verantwortlichkeiten. Kontrolle bleibt, wo sie erforderlich ist. 

Kaum ein Faktor wird in Transformationen so häufig unterschätzt wie Kommunikation. Eine einmalige Ankündigung reicht nicht aus. Orientierung entsteht durch kontinuierlichen Dialog, aktives Zuhören, sichtbare Präsenz und den offenen Umgang mit Unsicherheit.

Die Zukunft der Arbeit entsteht im Zusammenspiel von menschlicher und künstlicher Intelligenz. KI kann Informationen strukturieren, Muster erkennen und Vorschläge liefern. Menschen bringen Kontextwissen, Erfahrung, Verantwortung und soziale Kompetenz ein. Die Aufgabe von Führungskräften besteht darin, dieses Zusammenspiel bewusst zu gestalten. Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten, gemeinsame Spielregeln für den KI-Einsatz, verlässliche Qualitätsstandards und ein offener Austausch über Erfahrungen und Fehler.

  • Portraitbild Mag. Gerhard Leitner, MSc
    Mag. Gerhard Leitner, MSc | Geschäftsführer LIMAK

    Gerhard Leitner ist seit 2011 Geschäftsführer und CEO der LIMAK Austrian Business School. Zuvor sammelte er rund zehn Jahre Führungserfahrung in der Logistik und Industrie. Der diplomierte Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing und Organisation absolvierte zudem einen Master in Organisationsentwicklung und Beratung. Seine Expertise verbindet langjährige Managementpraxis mit Führungskräfte-, Organisations- und Unternehmensentwicklung.

Wie können sich Führungskräfte auf die KI-Zukunft vorbereiten – und warum reicht technisches Wissen allein nicht aus?

Führungskräfte müssen heute zweierlei lernen: KI zu verstehen und Transformation aktiv zu gestalten. Entscheidend ist, konkrete Anwendungsfälle im eigenen Unternehmen zu identifizieren und KI gezielt zur Verbesserung von Prozessen, zur fundierten Entscheidungsfindung und zur Steigerung der Wertschöpfung einzusetzen. Der wichtigste Schritt ist, überhaupt zu beginnen und erste Erfahrungen zu sammeln. Darauf aufbauend braucht es einen systematischen Zugang, um das Potenzial von KI für das eigene Unternehmen zu analysieren und nachhaltig zu nutzen.

Fachliches Wissen allein reicht dabei nicht aus. Die Einführung von KI ist immer auch ein Veränderungsprozess. Führungskräfte benötigen Offenheit für neue Technologien, aber vor allem Change- und Leadership-Kompetenz, um Mitarbeitende auf diesem Weg mitzunehmen und sie davon zu überzeugen, die Zukunft aktiv mitzugestalten.

An der LIMAK Austrian Business School unterstützen wir Führungskräfte und Unternehmen dabei,  diese Zukunftskompetenzen systematisch aufzubauen – mit einem durchgängigen Angebot von Konferenzen und kompakten Executive-Programmen und einsemestrigen Universitätslehrgängen bis zum neuen MBA „AI & New Technology Management“ sowie maßgeschneiderten Inhouse-Lösungen für Unternehmen.

Mit Stipendium KI-Kompetenz ausbauen

Wer Künstliche Intelligenz nicht nur verstehen, sondern gezielt für das eigene Unternehmen nutzen möchte, kann jetzt den nächsten Schritt setzen: Das INDUSTRIEMAGAZIN und die LIMAK Austrian Business School vergeben gemeinsam vier 50 %-Teilstipendien für die neue Spezialisierung AI & New Technology Management“.

2 x Executive MBA – Programmstart: 23. Oktober 2026
2 x einsemestriger Universitätslehrgang – Programmstart: 12. März 2027

Die Programme vermitteln Führungskräften und Expert*innen die Kompetenzen, um KI und neue Technologien strategisch einzuordnen, konkrete Anwendungen erfolgreich umzusetzen und den digitalen Wandel aktiv zu gestalten. 

Bewerbungsschluss: 27. September 2026

→ Jetzt Infos & Bewerbungsunterlagen downloaden 

AI & News Technology Management
© Limak