Stahlindustrie : Hüttenwerke Krupp-Mannesmann investieren 120 Mio. Euro in zweiten Hochofen

Der Stahlkrise zum Trotz: Die Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) investieren 120 Millionen Euro in die Neuzustellung ihres Hochofens B in der westdeutschen Industriestadt Duisburg im Ruhrgebiet. Einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge wird der Ofen mit der Investition für den Betrieb von 15 Jahren gerüstet.

Eines der größten Stahlwerke Deutschlands

An dem Stahlwerk sind die Thyssenkrupp Steel AG, Salzgitter Mannesmann und Vallourec Deutschland beteiligt. Das Werk besteht seit 1909 und produziert etwa ein Zehntel des gesamten in Deutschland hergestellten Stahls. Allein der Hochofen B liefert 7500 Tonnen Eisen pro Tag. Diese Kapazität lässt sich bei Bedarf auf bis zu 8500 Tonnen erhöhen.

Die letzte Neuzustellung des rund 30 Jahre alten Hochofens ist 16 Jahre her, wie die Zeitung berichtet. Vor wenigen Wochen gab es demnach einen spektakulären Schaden, der aber innerhalb weniger Tage behoben war.

Ausmauerung des stählernen Großgefäßes wird erneuert

Die jetzt geplante Erneuerung soll heuer im September beginnen und etwa drei Monate dauern. Dabei wird im Inneren die feuerfeste Ausmauerung des stählernen Großgefäßes, die Gasreinigung und die gesamte Technik erneuert, über die die Rohstoffe rund um die Uhr in den Hochofen transportiert werden. Danach wird der Ofen über zwei Wochen lang "vorsichtig wieder hochgefahren", so der Bericht weiter.

Für den Duisburger Traditionskonzern steht danach die nächste Investition in den Standort an: Dem Bericht zufolge hat auch der 1973 gebaute Hochofen A dringenden Erneuerungsbedarf bei den Winderhitzern.

HKM-Chef: "Wir brauchen den zweiten Hochofen"

"Wir sind überzeugt, dass wir den zweiten Hochofen brauchen", so HKM-Chef Rolf Höffken gegenüber der Zeitung. Demnach seien alle Anlagen des Hüttenwerkes auf ein bestimmtes Produktionsniveau ausgerichtet, das sei ein geschlossener Kreislauf.

Mit nur einem Hochofen würden sich keineswegs die Kosten halbieren. Ziel sei daher ein „nachhaltiger Zwei-Ofen-Betrieb, so der kaufmännische Geschäftsführer Gerhard Erdmann.

(red)

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