Autoindustrie

Gewinn von BMW im Coronajahr gesunken

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Der wochenlange Stillstand im Frühjahr hat dem deutschen Autobauer BMW die Bilanz 2020 verhagelt. Gebremst wurde das Minus lediglich durch anziehende Geschäfte in China, wo das von der Viruspandemie geprägte wirtschaftliche und öffentliche Leben schneller Richtung Normalität zurückkehrte als im Rest der Welt.

Aufhellung in der zweiten Jahreshälfte

Der Vorsteuergewinn brach im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel auf 5,2 Mrd. Euro ein, der Umsatz sank um 5 Prozent auf knapp 99 Milliarden Euro, wie der Autobauer mitteilte. Der Überschuss fiel mit 3,86 Milliarden Euro fast um ein Viertel. Die Dividende für die im DAX notierte Stammaktie soll 1,90 Euro betragen, nach 2,50 Euro vor einem Jahr. Mit 2,7 Prozent lag die Gewinnmarge unter dem Niveau des Vorjahres und weit von dem langfristigen Ziel bei acht bis zehn Prozent entfernt.

Vor allem in der zweiten Jahreshälfte erholte sich das Geschäft. BMW hofft deswegen heuer auf ein stärkeres Abschneiden. Das zweite Halbjahr habe gezeigt, wie leistungsfähig BMW sei, sagte Konzernchef Oliver Zipse. "Mit vereinten Kräften haben wir die wochenlangen Schließungen unserer Werke und flächendeckenden Lockdowns rasch überwunden." Im zweiten Halbjahr fuhr der Autokonzern einen Vorsteuergewinn von gut 4,7 Milliarden Euro ein, das sind fast zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist. Auch die Auslieferungen legten in dem Zeitraum zu, insbesondere renditestarke Modelle waren gefragt.

Fünf vollelektrische Modelle von BMW und Mini kommen neu auf den Markt

Um Kosten zu sparen, schraubte BMW seine Investitionen in Sachanlagen um fast ein Drittel nach unten, auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen unter dem Vorjahresniveau. Der Schwerpunkt bei der Entwicklung liege nun bei den Bereichen Fahrzeugvernetzung und automatisiertes Fahren sowie E-Mobilität, erklärte das Münchener Unternehmen. Allein in diesem Jahr sollen fünf vollelektrische Modelle von BMW und Mini auf dem Markt verfügbar sein. Zugleich rücken Verbrenner nach und nach in den Hintergrund. Mit fortschreitender Elektrifizierung sollten bis 2025 bis zu 50 Prozent der heutigen Antriebsvarianten entfallen, teilte BMW mit.

Im vierten Quartal lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern bei 2,2 Milliarden Euro und damit um 5,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich stieg der Gewinn um ein knappes Fünftel auf 1,68 Milliarden Euro. Hier kommt das wieder schwungvoll laufende China-Geschäft des dortigen Gemeinschaftsunternehmens zum Tragen. Der Umsatz wuchs im Schlussquartal leicht auf 29,5 Milliarden Euro.

Analysten: "In der Krise geht Premium besser als Masse"

An der Börse verwies ein Händler darauf, dass die Margen im Autogeschäft etwas enttäuschten. NordLB-Experte Frank Schwope sagte, mit Blick auf die Pandemie habe BMW noch recht starke Zahlen vorgelegt. "Die Ergebnisgrößen lagen zwar leicht unter den Markterwartungen, jedoch dürften diese insbesondere mit Blick auf die Verwerfungen durch Corona weniger aussagekräftig sein denn je. Auf jeden Fall geht Premium in der Pandemie besser als Masse." Der stärker auf den Massenmarkt ausgerichtete französische Hersteller Renault hatte etwa einen deutlich höheren Absatzrückgang zu verkraften. (reuters/dpa/apa/red)