Donau Finanz : Ex-SCS-Chef Michael Kraus will ins Güterbahngeschäft einsteigen

"Wir sehen es zunächst als eine Finanzinvestition, weil wir glauben, dass aus der Sparte mehr werden kann, als wenn sie in der Bahnholding gefangen bleibt", sagte Kraus am Dienstag zur APA. Außer der Donau-Finanz gibt es laut bulgarischen Medienberichten noch drei andere Interessenten, die sich an der Privatisierung der Güterbahn beteiligen wollen.Die Frist für Interessenbekundungen ist gestern (Montag) abgelaufen. Zugang zum Datenraum erhalten nach Angaben der staatlichen Privatisierungsagentur APSK die Donau-Finanz, die rumänische TD Group Feroviar Roman - die in Bulgarien bereits als zweitgrößer Güterbahn-Betreiber agiert -, die bulgarische First Investment Bank sowie die Gebrüder Domustschiew.Die Donau-Finanz habe im Laufe ihres mehr als 50-jährigen Bestehens immer wieder mit dem Bahnwesen zu tun gehabt, begründete Kraus sein Interesse. "Wir hatten eine Tochter, die das Waggon-Leasing durchgeführt hat, lange, bevor das ein steuerlicher Boom wurde", sagte Kraus. In Rumänien habe man an der Privatisierung der Güterwaggon-Produktion und dem Verkauf an rumänische Interessenten mitgewirkt. "Wir haben immer wieder in gewissen Sparten der Bahnindustrie die Investmentbanking-Funktion gehabt", sagte Kraus. In der bulgarischen Frachtsparte sehe er eine Nische. "Ich gehe nicht davon aus, dass sich die Deutschen oder Österreicher für dieses Unternehmen interessieren werden."Potenzielle strategische Investoren müssen laut Ausschreibungsbedingungen mindestens fünf Jahre Erfahrung im Bahntransport nachweisen und in den letzten drei Jahren jeweils zumindest 100 Mio. Euro Umsatz erzielt haben. Finanzinvestoren müssen Beteiligungen im Wert von 400 Mio. Euro oder mehr besitzen und seit mindestens drei Jahren aktiv sein. Die Angebotsfrist endet am 12. März 2013.Die bulgarische Bahnholding BDZ hofft auf einen Verkaufserlös von 50 Mio. Euro. Darüber hinaus soll der Käufer auch 58 Mio. Euro an Schulden übernehmen.Die Donau-Finanz steht mehrheitlich im Eigentum der Familie Kraus. 10 Prozent der Anteile hält der Unternehmer Hans Christoph List, Eigentümer und Manager eines österreichischen Immobilienportfolios. Die Donau-Finanz ist mit 26 Prozent auch am Wiener Stadtentwicklungsprojekt "Town Town" beteiligt. (APA/red)