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Deutscher Botschafter in Moskau "optimistisch" für Nord Stream 2

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Der deutsche Botschafter in Moskau, Geza Andreas von Geyr, ist zuversichtlich, dass die Ostseepipeline Nord Stream 2 trotz der US-Sanktionen fertiggebaut werden kann. Nach einer neuen Entscheidung Dänemarks sei er doch "optimistisch", dass die Gasleitung – wenn auch mit Verzögerung – vollendet werde, sagte der Diplomat bei einer Videokonferenz in Moskau.

Die dänische Energieverwaltung hatte am Montag grünes Licht dafür gegeben, dass beim Bau der Pipeline auch Rohrverlegungsschiffe mit Ankern eingesetzt werden dürfen. Die Nord Stream 2 AG hatte das Anfang Juni bei der Behörde beantragt - für den dänischen Kontinentalsockel südöstlich von Bornholm. Ziel ist es, die Arbeiten so zu beschleunigen, weil nun ein zweites Verlegeschiff - diesmal mit Anker - dort parallel eingesetzt werden kann.

Nach Angaben der dänischen Verwaltung liegt der verbleibende Teil der Rohrleitungen außerhalb des Gebiets, in dem vom Gebrauch von Schleppernetzen und Ankern etwa wegen Kriegsmunition am Meeresboden abgeraten wird. So sollte verhindert werden, dass ein Anker eine Explosion auslöst, wenn er zum Beispiel auf eine alte Mine trifft.

Bereits Ende Oktober 2019 hatten die Dänen ihre Zustimmung gegeben, dass ein 147 Kilometer langer Teil der umstrittenen Pipeline südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen darf. Für Schiffe mit Anker fehlte jedoch die Erlaubnis, weshalb bisher Schiffe beim Bau verwendet wurden, die sich selbst auf dem Wasser positionieren.

Nord Stream 2 war im Dezember abrupt gestoppt worden, weil die Verlegeschiffe wegen der US-Sanktionen ihre Arbeit an der fast fertigen Leitung einstellten. Die USA wollen das Projekt weiterhin verhindern. Sie begründen das mit einer zu hohen Abhängigkeit Europas von russischem Gas. Zudem wollen Flüssiggasanbieter aus den USA selbst Geld verdienen mit Energielieferungen nach Europa. Deutschland hatte die US-Sanktionen kritisiert.

Das internationale Projekt Nord Stream 2 ist mit rund zehn Milliarden Euro veranschlagt. Es fehlten noch rund 160 Kilometer an Röhren, damit die Leitung mit zwei Strängen von insgesamt 2.400 Kilometern vollständig sei, hieß es. Kremlchef Wladimir Putin sagte im Jänner, dass Russland das Projekt aus eigener Kraft fertigstellen könne - bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2021.

Hinter dem Pipeline-Projekt steht der russische Staatskonzern Gazprom, der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen, wie Wintershall Dea, die OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie. (dpa/apa/red)