Atomkraft

Ausbau der Atomkraft in Tschechien: Seit Jahren gibt es Finanzprobleme

Tschechien will zur Finanzierung des Baus neuer Atomreaktoren einen Vertrag mit dem teilstaatlichen Tschechischen Energiekonzern (CEZ) abschließen, wie Premier Andrej Babis laut Medienberichten mitteilte. Damit werde der Staat eine bessere Kontrolle über den Bau haben, als er es über staatliche Garantien haben würde, so Babis auf einer Energie-Konferenz.

Auftragsvergabe 2024 möglich

Laut dem Regierungsbeauftragten für Atomenergie, Jaroslav Mil, könnte der Vertrag zwischen der Regierung und dem zu 70 Prozent staatlichen Unternehmen CEZ noch in diesem Jahr unterzeichnet werden. Bei der Realisierung der Ausbaupläne werde man sich auf das südmährische Atomkraftwerk Dukovany konzentrieren, wo es bisher vier Reaktoren gibt, hieß es.

Russen, Chinesen, Südkoreaner und Franzosen interessiert

Mil rechnet mit "langwierigen Verhandlungen" mit der EU wegen der Unterstützung des Projektes. Eine Ausschreibung für den Ausbau des Atomkraftwerks könnte 2020 oder 2021 gestartet werden. 2024 sollte dann die Regierung den Auftrag vergeben.

An dem Bau neuer Reaktoren in Tschechien sind mehrere Firmen interessiert, darunter die Unternehmen Rosatom aus Russland, EdF aus Frankreich, KHNP aus Südkorea, General Nuclear Power aus China oder Westinghouse aus den USA.

Finanzierungsprobleme seit Jahren

Die ungeklärte Finanzierung für den Bau zusätzlicher Atomreaktoren bremst seit Jahren die Ausbaupläne der tschechischen Regierung. Eine bereits laufende Ausschreibung zum Ausbau des Atomkraftwerks Temelin wurde 2014 wegen der fehlender staatlicher Garantieren für Mindest-Strompreise von CEZ gestoppt. Der Anteil von Atom an der Energieproduktion liegt in Tschechien bei rund einem Drittel. (apa/red)