Maßnahmen gegen die Coronakrise

TU Graz druckt Gesichts-Schutzschilde für medizinisches Personal

Wie auch INDUSTRIEMAGAZIN laufend berichtet, ist Schutzausrüstung für klinisches Personal dieser Tage weltweit Mangelware. Die TU Graz fertigt deshalb für die Steirische Krankenanstalten GmbH 10.000 Gesichts-Schutzschilde im 3D-Druckverfahren.

Gesichtsmasken und Schutzkleidung sind dieser Tage am Weltmarkt nur schwer in geeigneter Qualität zu bekommen. Christian Ramsauer, Leiter des Instituts für Innovation und Industrie Management der TU Graz und sein Stellvertreter Hans Peter Schnöll haben nun gemeinsam mit Philipp Metnitz, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin der Med Uni Graz, Gesichts-Schutzschilde für den 3D-Druck konzipiert.

Die ersten 1.000 Stück wurden dabei "im Schichtbetrieb seit dem Wochenende" vom Team gefertigt, insgesamt werden für die KAGes in den kommenden Wochen 10.000 solcher Schilde an der TU Graz produziert. Die Gesichts-Schutzschilde wurden von Ärzten im laufenden Betrieb getestet und von den zuständigen Stellen der KAGes aus hygienischer Sicht geprüft. Die Schutzschilde sind wiederverwendbar und können leicht gereinigt und desinfiziert werden.

Pilotserie an der TU Graz

Weil es schnell gehen muss, werden die ersten 10.000 Stück in einer Pilotserie derzeit direkt am Schumpeter Labor für Innovation an der TU Graz, das dem Institut für Innovation und Industrie Management angehört, produziert. Mehr als 30 leistungsfähige 3D-Drucker drucken derzeit rund um die Uhr. Die 3D-Druck-Kapazitäten des Instituts konnten um zusätzliche Drucker von anderen Instituten der TU Graz, von der HochschülerInnenschaft der TU Graz und von Privatpersonen erhöht werden. So können rund 300 Stück Gesichtsschilde pro Tag produziert werden.

White Paper zum Thema

Das Institut für Innovation und Industrie Management ist zudem mit zwei österreichischen Unternehmen dabei, die Serienproduktion des Produktes unter Einsatz adäquater Fertigungstechnologien zum Abschluss zu bringen, um so die Stückzahl zu erhöhen. Damit können diese Schutzschilde schon bald auch anderen medizinischen Versorgungseinrichtungen in Österreich geliefert werden.

Drei Bauteile gegen die Infektionsgefahr

Das Schutzschild made at TU Graz besteht im Wesentlichen aus drei Bauteilen: Das Trägerteil des Schildes wird mittels FDM-3D-Druckverfahren aus PLA Kunststoff gefertigt. Dieses Material zeichnet sich durch gute Druckbarkeit aus, ist biokompatibel und biologisch abbaubar. Das Schild selbst besteht in der Pilotserie aus einer handelsüblichen Overheadfolie, die mittels eines DIN-A4-Vierfachlochers gelocht und am Trägerteil fixiert wird. Dies ermöglicht bei Bedarf den einfachen Tausch des Schildes beziehungsweise eine leichte Reinigung desselben. Befestigt wird das Schutzschild mit einem in der Länge einstellbarem, waschbarem Gummiband.

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