Energiewirtschaft

Toshiba steigt aus: Offenbar Finanzprobleme beim AKW Hinkley Point

Toshiba zieht sich aus dem milliardenschweren Atomgeschäft in Großbritannien zurück, sagen Insider. Offenbar ist Londons symbolträchtige und europaweit umstrittene Investition in die Atomkraft finanziell nicht mehr tragbar.

Der kriselnde japanische Industriekonzern Toshiba plant Insidern zufolge einen Rückzug aus dem Atomgeschäft in Großbritannien. Angesichts der explodierenden Kosten nach einem Zukauf in den USA sei eine geplante Investition in Großbritannien finanziell nicht mehr tragbar, sagten am Freitag mit der Angelegenheit vertraute Personen.

London weiss es noch nicht

Die britische Regierung sei über diesen Schritt noch nicht informiert.

Toshiba wollte ursprünglich gemeinsam mit dem französischen Energiekonzern Engie drei Atomreaktoren in der englischen Grafschaft Cumbria bauen. Auch aus Engie-Kreisen verlautete, die Franzosen wollten nicht mehr an der 15 bis 20 Mrd. Dollar (13,9 bis 18,5 Mrd. Euro) schweren Investition festhalten. Engie wollte sich dazu nicht äußern.

Mehrere Atomprojekte "auf dem Prüfstand"

Ein Toshiba-Sprecher erklärte, alle Atom-Projekte außerhalb Japans stünden auf dem Prüfstand. Es seien aber noch keine Entscheidungen getroffen worden. Insider hatten auch erklärt, dass ein Rückzug aus Indien geplant sei.

Toshiba steht nach dem Kauf eines Kernkraftbauers in den USA finanziell unter Druck. Insider rechnen damit, dass der Konzern bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen am 14. Februar Abschreibungen in Höhe von 6 Mrd. Dollar vornehmen wird. (APA/Reuters/red)

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