Stahlerzeugung

Strom und Wasserstoff: Verbund und Voestalpine vereinbaren Kooperation

Energieriese Verbund und die Voestalpine vertiefen im Bereich Energie ihre Partnerschaft - vorerst im Zeitraum von sechs Jahren. Dabei geht es unter anderem um Wasserstoff und Erdgas anstelle von Kohle zur Stahlerzeugung.

Der Verbund und die Voestalpine intensivieren ihr Zusammenarbeit, vorerst ist eine Kooperation für 6 Jahre angedacht. Eine Fotovoltaikanlage am voest-Standort Leoben ist geplant. "Die Energiewirtschaft der Vergangenheit ist nicht mehr die Energiewirtschaft der Zukunft", so Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Er und Voest-Chef Wolfgang Eder verlangen stabile Rahmenbedingungen vonseiten der Politik.

Die Klimaziele der Europäischen Union sehen eine Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2030 vor. Ein erster Schritt zur Erreichung dieser Ziele sei eine Brückentechnologie, bei der Erdgas anstelle von Kohle zur Stahlerzeugung eingesetzt werde, dadurch konnten die konzernweiten Emissionen bereits um 5 Prozent gesenkt worden, so Eder.

Wasserstoff: "Der einzige realistische Weg für die Zukunft der Stahlerzeugung"

In der Wasserstoffforschung arbeiten die beiden Unternehmen künftig zusammen. Zur langfristigen Perspektive betont der voest-Chef: "Wasserstoff ist der einzige realistische Weg für die Zukunft der Stahlerzeugung". Bis Ende 2016 wird es einen Errichtungsbeschluss für eine Wasserstoffanlage in Linz geben, Ende 2018 soll der Bau abgeschlossen sein.

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Anzengruber betont, dass auch die Energiebranche im Wandel begriffen sei, deshalb positioniere sich der Verbund immer mehr auch im Strommanagement. Der Verbund will zukünftig auch seine Wertschöpfungskette durch die Herstellung von Wasserstoff erweitern.

Als Zeitraum der Verwirklichung einer Umstellung auf Wasserstoff sehen die beiden Industriekapitäne 15 bis 20 Jahre. Eder:"Kürzerer Zeitraum ist eine Illusion." Für jedes stahlerzeugendes europäisches Unternehmen ist Wasserstoff ein Thema, so Eder.

Anzengruber fordert ein Bekenntnis der Politik zu Erneuerbaren

Beide sehen auch die Politik gefordert. "Der Industriestandort Österreich hängt von diesen Entscheidungen ab", so Anzengruber. Zum einen fordert er einen langfristigen stabilen politischen Rahmen und verlangt ein Bekenntnis der Politik zu erneuerbaren Energien. Anzengruber kann sich auch eine Steuererleichterung in den ersten Jahren nach einer Investition vorstellen um das Investitionsklima zu verbessern. Außerdem kritisiert Anzengruber Output-Förderungen als nicht zielführend.

Ein vorerst auf sechs Jahre abgeschlossener Stromliefervertrag für einzelne Unternehmensstandorte der Voestalpine in Österreich vertieft zudem bereits bestehende Geschäftsbeziehungen. (APA/red)

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