Stahlindustrie

Streik bei Ilva - Arcelormittal will 4.000 Mitarbeitern kündigen

Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelormittal will bei dem kürzlich übernommenen italienischen Stahlriesen Ilva 4.000 Jobs streichen. Die Arbeiter reagieren mit einem großen Streik. Auch in Rom ist die Aufmerksamkeit enorm.

Weil der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor Mittal, der im Mai den unter Sonderverwaltung stehenden italienischen Stahlkonzern Ilva übernommen hat, die Kürzung von 4.000 der 14.200 Stellen plant, sind in Italien die Mitarbeiter des Unternehmens in einen 24-stündigen Streik getreten. In Genua kam es zu einer großen Protestkundgebung, so italienische Medien.

Die Demonstranten forderten den Einsatz der Regierung in Rom, um die massiven Jobkürzungen abzuwenden. "4.000 Jobkürzungen sind absolut unzumutbar. Die Regierung muss die Beschäftigung garantieren", sagte Francesca Re David, Chefin der italienischen Metallgewerkschaft FIOM. Arcelor Mittal hatte zuletzt massiven Jobabbau angekündigt.

Große Aufmerksamkeit auch in Rom

Für den italienischen Premier Paolo Gentiloni ist die Zukunft des süditalienischen Stahlwerks besonders wichtig, da seine Regierung es mit staatlichen Darlehensgarantien und weiteren Sonderbehandlungen über Wasser hält. Dies hat bereits den Unmut anderer Stahlkonzerne und Brüssels ausgelöst. Aktuell zu dieser Entwicklung: Stahlwerk Ilva: Rom stellt sich auf die Seite von Arcelormittal >>

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Einst ein Drittel der Stahlproduktion Italiens

1,8 Mrd. Euro hat Arcelor Mittal laut italienischen Medien für die Übernahme des Ilva-Werks im Mai gezahlt. Ilva hatte zu Hochzeiten geschätzte neun Millionen Tonnen Stahl pro Jahr produziert - das entsprach etwa einem Drittel der italienischen Gesamtproduktion.

Das Stahlwerk mit Sitz in Tarent steht seit 2013 unter besonderer staatlicher Aufsicht. Hintergrund waren Vorwürfe gegen die Eigentümerfamilie Riva, die in Kauf genommen haben soll, dass giftige Emissionen aus der Anlage in die Stadt zogen. Die Emissionen werden für mindestens 400 vorzeitige Todesfälle verantwortlich gemacht. (APA/red)

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