Zulieferindustrie

Steyr Motors: Konkurs statt Sanierung

Nach der Pleite des oberösterreichischen Spezialmotorenherstellers Steyr Motors wird es keine Sanierung geben - sondern einen Konkurs. Der Masseverwalter rechnet mit einer Veräußerung im April. Mehrere Kaufinteressenten hätten sich schon gemeldet, hieß es.

In der Insolvenz des Spezialmotorenherstellers Steyr Motors GmbH mit Sitz in der gleichnamigen oberösterreichischen Bezirksstadt wird es keine Sanierung, sondern einen Konkurs geben. Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Norbert Mooseder bestätigte einen entsprechenden Bericht in den Oberösterreichischen Nachrichten auf APA-Anfrage. Er bemüht sich jetzt um eine bestmögliche Verwertung.

Die insolvente Firma - 23 Mio. Euro Passiva, die Aktiva werden auf 14,7 Mio. Euro geschätzt - hat ihren Antrag auf Abschluss eines Sanierungsplanes zurückgezogen, weil es nicht gelungen ist, genügend Geld für eine Sanierung aufzutreiben. Daraufhin eröffnete das Landesgericht Steyr als Insolvenzgericht den Konkurs und sagte die für kommende Woche geplante Sanierungsplansitzung ab.

Insolvenzverwalter: Kaufinteressenten warten schon

Insolvenzverwalter Mooseder kann nunmehr mit der Verwertung der vorhandenen Vermögenswerte beginnen. Ziel sei, die Gesamtsache zu veräußern. Er geht davon aus, dass er für die Gläubiger im Konkurs eine Verteilungsquote von 40 bis 50 Prozent erreichen kann. Das ist mehr als die von der Schuldnerfirma im Sanierungsverfahren angebotenen 20 Prozent.

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Mooseder gibt auch an, bei ihm hätten sich bei einem Markttest in den vergangenen Wochen schon etliche Kaufinteressenten gemeldet - Namen nennt er keine. Mit ihnen seien nun umfangreiche Gespräche zu führen und ein Datenraum zu befüllen, in den sie als Grundlage für eine Kaufentscheidung Einblick nehmen können. Der Insolvenzverwalter rechnet damit, dass die Veräußerung im April erfolgen kann. Der Betrieb des Unternehmens bleibt vorerst aufrecht.

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Eckdaten zum Unternehmen

Steyr Motors machte einen jährlichen Umsatz von knapp 45 Millionen Euro. Sie wurde 2001 als eigenständiges Unternehmen einer Investorengruppe rund um den früheren Generaldirektor der "Steyr Daimler Puch Werke" und Ex-Verkehrsminister Rudolf Streicher (SPÖ) sowie den Ex-Chef der Motorensparte von Magna Steyr, Rudolf Mandorfer, der auch als Geschäftsführer fungierte, gegründet. Zuvor war sie Teil von Steyr Daimler Puch und Magna.

2012 an Chinesen verkauft

2012 wurde die Firma an eine chinesische Investorengruppe verkauft. Sie hat sich einen Namen mit der Entwicklung und Erzeugung von Monoblock-Motoren mit Hochdruck-Direkteinspritzung gemacht. Das sind Dieselmotoren, die keinen Extra-Zylinderkopf aus Aluminium und deshalb auch keine Zylinderkopf-Dichtung benötigen.

Dieses Nischenprodukt sei leichter, kompakter, sparsamer und höher belastbar als die üblichen Dieselmotoren, nannte man als Vorteile. Der Einsatz der Triebwerke erfolgte im Marinebereich, bei Landfahrzeugen und Maschinen. Auch ein Hybrid-Antrieb für Sport- und Freizeitboote wurde entwickelt. (apa/red)

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