Personalia

Sonja Hammerschmid folgt Kari Kapisch

Warum die ehemalige SPÖ-Bildungsministerin die Nachfolgerin für Kari Kapsch im TrafficCom Aufsichtsrat wird.

Der börsennotierte Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom hat 2020/21 (per 31.3.) ein weiteres verlustträchtiges Geschäftsjahr hinter sich gebracht. Das Minus beim Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) machte wegen mehrerer negativer Spezialeffekte wie schon im April erwartet 123,2 Mio. Euro aus und unterm Strich standen 102,9 Mio. Euro Verlust, nach 48,1 Mio. Euro im Jahr davor. Der Umsatz brach um 30,9 Prozent von 731,2 auf 505,2 Mio. Euro ein.

"Das Glück ist, dass wir einen sehr hohen Auftragsstand haben", sagte Firmenchef Georg Kapsch. Dies sorge für eine Grundauslastung für das Geschäft. Mit dem Sparkurs will das Unternehmen auch mit weniger Umsatz wieder profitabel sein. In Europa und Nordamerika brachen die Umsätze aus Mautdiensten aufgrund des in der Pandemie geringerem Verkehrsaufkommens zeitweise um bis zu zwei Drittel ein.

Nachfolge für Kari Kapsch

Die ehemalige SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid wird Aufsichtsratsmitglied beim österreichischen Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom. Sie folgt auf Kari Kapsch, der sein Amt niederlegt. Nach einem Umsatzrückgang um mehr als 30 Prozent im Geschäftsjahr 2020/21, schüttet der Konzern für das vergangene Jahr keine Dividende aus.

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"Kari Kapsch verließ den Aufsichtsrat von Kapsch TrafficCom als Konsequenz einer Neuaufstellung der Unternehmensgruppe. Ihm folgt mit Sonja Hammerschmid eine Person mit hohen fachlichen und sozialen Kompetenzen. Ihre Erfahrung im Bereich der Innovationsförderung passt hervorragend zum Innovationsanspruch von Kapsch TrafficCom. Außerdem eint Fr. Hammerschmid und Kapsch TrafficCom der Wunsch, gesellschaftspolitisch eine aktive Rolle zu übernehmen. Die Lösungen von Kapsch TrafficCom unterstützen die Entwicklungen zu einer nachhaltigen Mobilität", so von Seiten des Unternehmens auf Nachfrage vom INDUSTRIEMAGAZIN.

Die frühere Bildungsministerin der SPÖ, wechselte zu Beginn dieses Jahres in die Privatwirtschaft. Ihren künftigen Arbeitgeber nannte Hammerschmid dabei vorerst nicht. Sie war erst 2016 in die Politik eingestiegen und galt als Vertraute der aktuellen SPÖ-Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner.

Hammerschmid hatte schon länger Tendenzen gezeigt, aus der Politik auszusteigen. So bewarb sie sich vergeblich um den Rektorsposten an der Uni Salzburg und an der Kunstuniversität Linz. Vor ihrem Eintritt in die Regierung war die studierte Biologin ab 2010 Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität.(red)

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