Pharmaindustrie

Rückschlag für Finanzfirmen bei der Übernahme von Stada

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven ringen um die Macht übert den deutschen Pharmakonzern Stada. Nach der hauchdünn geglückten Übernahme der Mehrheit im August kommt ihnen jetzt der berüchtigte Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott dazwischen.

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven müssen bei der vollständigen Übernahme von Stada einen Rückschlag hinnehmen. Um beim deutschen Arzneimittelhersteller durchregieren zu können, brauchen sie möglichst viele Stimmrechte. In der erweiterten Annahmefrist sammelten die Finaninvestoren aber kaum noch neue Anteile ein, wie Bain und Cinven mitteilen. Sie hielten nun 63,87 Prozent der Aktien.

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Bei der hauchdünn geglückten Übernahme im August hatten sie bereits 63,85 Prozent der Papiere eingesammelt und Aktionären bis vergangenen Freitag Zeit eingeräumt, weitere Stimmrechte anzudienen.

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Störfeuer des berüchtigten Investors Paul Singer

Grund dafür ist das Störfeuer des Investors Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott. Er hatte Stada jüngst eine saftige Barabfindung abgerungen für seine Zustimmung zu einem Beherrschungs-und Gewinnabführungsvertrag, mit dem Bain und Cinven auf die Kasse von Stada zugreifen wollen.

Da Singer im großen Stil bei dem MDax-Konzern eingestiegen war und zuletzt mehr als 15 Prozent der Anteile hielt, schoss der Aktienkurs von Stada auf mehr als 80 Euro. Aktionäre des Pharmakonzerns hatten daher keinen Anreiz, den Finanzinvestoren ihre Anteile noch nachträglich anzubieten: Bain und Cinven boten ihnen nur den Übernahmepreis von 66,25 Euro je Papier.

Finanzfirmen brauchen 95 Prozent

Für die komplette Übernahme von Stada ist dies ein Hindernis. Zwar dürften Bain und Cinven einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Einknicken vor Singer durchsetzen können. Darüber soll eine außerordentliche Hauptversammlung entscheiden.

Doch für ein späteres mögliches Herausdrängen von Minderheitsaktionären, um Stada von der Börse zu nehmen, bräuchten sie 95 Prozent der Stimmrechte. Das würde dann schwieriger. (dpa/apa/red)

Zum Kampf um deutschen Pharmakonzern Stada:

Vor wenigen Tagen haben Cinven und Bain Capital die Mehrheit am deutschen Pharmakonzern Stada übernommen.

Dabei kam es zum Streit mit einem früheren Anteilseigner, dem Investor Paul Singer.

Vor der Übernahme traten im Juli die Vorstände Matthias Wiedenfels und Helmut Kraft zurück.

Nach der Übernahme legten fünf der neun Aufsichtsräte von Stada ihre Ämter nieder.

Jetzt streben die neuen Eigner Bain Capital und Cinven einen Beherrschungvertrag an, mit dem sie Zugriff auf die Kasse von Stada bekommen wollen. Allerdings mussten sie dabei zuletzt einen Rückschlag hinnehmen.

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