Streit um Talk-Mine

Rozmin will gegen Schmid Holding vorgehen

Der Streit um das wohl größte Talk-Vorkommen der Welt geht weiter. Der frühere Betreiber der Talkmine, Rozmin, hat in einer Gesellschafterversammlung beschlossen, Strafanzeige gegen die heimische Schmid Industrieholding zu erstatten. Der Vorwurf: "Bandenmäßiges Verbrechen".

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Talk Bergbau Eurogas Eurotalc Schmid Industrieholding Robert Schmid

Die slowakische "Milliardenmine" Gemerská Poloma erhitzt nun wieder die Gemüter: Die Eurogas-Gruppe, die indirekt an Rozmin beteiligt ist, will Strafanzeige gegen die Schmid Industrieholding (SIH) erstatten. Sie soll "zahllose Attacken zum Inhalt haben, die "SIH und deren Anwälte seit langen Jahren gegen Rozmin reiten", so die Informationen. "Seit langen Jahren werden die Aktionäre der Eurogas Inc. durch Attacken von SIH geschädigt. Wir sind geradezu verpflichtet, Strafanzeige gegen SIH und andere zu erstatten und den entstandenen Schaden einzuklagen", erklärt Eurogas-Chef Wolfgang Rauball gegenüber INDUSTRIEMAGAZIN.

Kurios dabei ist, dass die heimische Industrieholding mit der Tochter Eurotalc, die das Abbaurecht an der Talk-Mine besitzt, zu 33 Prozent an Rozmin beteiligt ist und ebenfalls bei der Gesellschaftersitzung dabei war, bei der die Strafanzeige beschlossen wurde. Rauball: "Deren Vertreter vermochte es trotz massiver Drohungen nicht, die Versammlung zu verhindern und den Beschluss seines Mitgesellschafters zu vermeiden. Der Eurotalc-Vertreter hat nicht mal den langen Begründungen für den Beschlussantrag widersprochen."

Die Beteiligung von Eurotalc an Rozmin kam laut Rauball zustande, weil die "SIH-Anwälte Rozmin trickreich in die Insolvenz gejagt" hätten, als bekannt war, dass Eurogas vor der Weltbank klagen würde, wie INDUSTRIEMAGAZIN bereits berichtete. "Als die Insolvenz von Rozmin faktisch erledigt war, meldeten die SIH und die Tochter Eurotalc pauschale Mondforderungen nach. Die 'Talkkrieger' schafften es sogar, das slowakische Insolvenzgericht davon zu überzeugen, dass Eurotalc 33 Prozent an Rozmin erwerben durfte. Dabei spielte es überhaupt keine Rolle, dass eine unserer Partnerfirmen gerade zuvor genau diese 33 Prozent rechtswirksam erworben hatte. Jene 33 Prozent sind es, mit denen Eurotalc jüngst zur Gesellschafterversammlung nach Bratislava kam. Bandenmäßiges Verbrechen nennt man das in den USA. Auftragsgemäß werden wir das dort auch so vortragen." In der Anzeige soll die Rückgabe des Bergrechts Gemerská Poloma gefordert werden, ersatzweise Schadenersatz von mehr als zehn Milliarden Dollar.

Robert Schmid, Chef der Schmid Industrieholding, erklärt auf Anfrage, derzeit "keine rechtliche Auseinandersetzung mit Eurogas/Rauball" zu haben. "Die Slowakei wurde öffentlichkeitswirksam vor einem Schiedsgericht angeklagt. Ich habe gehofft, dass sich mit der angekündigten Schiedsgerichtsverhandlung im ersten Quartal 2016 die Sache erledigt haben wird. Die Verhandlung wurde aber um offensichtlich einen längeren Zeitraum vertagt, da es scheinbar wieder einmal Probleme aus der Eurogasvergangenheit gegeben hat".

Inhaltliche Stellungnahme möchte er keine abgeben, aber: "Wir stellen nur die Frage, ob die Aktivitäten eines Unternehmens, das seit 100 Jahren besteht, das 5.000 Menschen beschäftigt und noch nie strafrechtlich verfolgt, geschweige denn verurteilt wurde glaubwürdig sind oder eher die Historie der Eurogas und der im Umfeld genannten Personen Vertrauen verdient? Meine Charakterisierung von Herrn Rauball und seinem Seniorenverein hat sich seit Ihrem letzten Bericht nicht verändert!"