Erdgas

Putin: Nord Stream 2 ein "rein wirtschaftliches Projekt"

Berlin pocht darauf, dass die Ukraine weiter eine Rolle im Gastransit von Russland nach Westeuropa spielt - und dafür Geld bekommt. Putin will den Bau von Nord Stream 2 als rein wirtschaftliches Projekt darstellen.

Der russische Präsident Wladimir Putin knüpft den künftigen Transit russischen Erdgases durch die Ukraine an die Wirtschaftlichkeit.

Er kenne die Position der deutschen Regierung, dass Russland auch nach dem Bau der Gaspipeline Nordstream 2 durch die Ukraine nach Westen pumpen solle, sagte Putin vor einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel in Meseberg. "Hauptsache, dass dieser Transit durch die Ukraine den wirtschaftlichen Anforderungen entspricht." Der Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline sei ein "ausschließlich wirtschaftliches Projekt".

Merkel betonte erneut ihre Position: "Aus meiner Sicht muss die Ukraine - auch wenn es Nordstream 2 gibt - eine Rolle im Gastransit nach Europa spielen."

Hintergrund ist der Streit um den Bau der Pipeline durch russische und europäische Firmen unter Führung des russischen Staatskonzerns Gazprom. Die OMV ist wesentlich an dem Projekt beteiligt. Die USA, Polen und die Ukraine lehnen das Vorhaben ab.

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Die Ukraine fürchtet vor allem den Verlust der Transitgebühren. Die USA warnen vor einer zu starken Abhängigkeit Europas von russischem Gas. Putin betonte, dass die russischen Gaslieferungen weiter zunehmen würden und im vergangenen Jahr erheblich zugelegt hätten. Zugleich betonte er die Rolle Russlands als zuverlässiger Lieferant von Gas. (reuters/apa/red)