Rüstungsindustrie

Patria-Affäre: Wolf in Slowenien wegen Geldwäsche vor Gericht

Der österreichisch-slowenisch-kanadische Geschäftsmann Walter Wolf steht in Slowenien wegen Vorwürfen der Geldwäsche in Zusammenhang mit der Patria-Schmiergeldaffäre vor Gericht.

Der österreichisch-slowenisch-kanadische Geschäftsmann Walter Wolf steht in Slowenien wegen Vorwürfen der Geldwäsche in Zusammenhang mit der Patria-Schmiergeldaffäre vor Gericht. Bei der Anklageverlesung vor dem Bezirksgericht in Maribor plädierte der 79-Jährige auf nicht schuldig, berichtete die Nachrichtenagentur STA.

Vor Gericht bezeichnete Wolf die Anklage als ein "großes Konstrukt" und betonte, er habe nichts Illegales getan. Die Vorwürfe lehnte er auch später vor Journalisten ab. Wieso solle er sich bei all dem Geld, das er habe, mit Geldwäsche von so kleinen Summen beschäftigen, fragte er. "Ich bin doch nicht dumm", sagte er laut STA.

Die Staatsanwältin gab nicht bekannt, welche Strafe sie für Wolf fordern werde, es drohen ihm aber bis zu acht Jahre Haft. Die Verhandlung wurde laut STA vertagt, nachdem Wolfs Anwältin der Richterin Befangenheit vorgeworfen hatte.

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Im Fokus der Anklage, die im Juli 2017 erhoben wurde, stehen laut früheren Medienberichten rund 2,3 Mio. Euro, die Wolf als Teil von Provisionen vom Wiener Rüstungslobbyisten Hans-Wolfgang Riedl erhalten haben soll. Der finnische Rüstungskonzern hatte Riedl rund 3,6 Mio. Euro an Provisionen überwiesen, nachdem der 278 Mio. Euro schwere Deal mit Slowenien 2006 geschlossen worden war. Wolf wird vorgeworfen, die Herkunft des Geldes, das für Schmiergeldzahlungen in Slowenien bestimmt war, verschleiert zu haben. Das Geld soll auf verschiedene Bankkonten in Österreich, Liechtenstein und Kanada geflossen sein, in bar auch nach Slowenien.

Wegen der Schmiergeldaffäre stand Wolf in Slowenien bereits 2011 als einer der fünf Angeklagten vor Gericht. Ihm wurde Beihilfe bei der Bestechung von Entscheidungsträgern vorgeworfen. Weil er den Gerichtsterminen in Ljubljana wegen angeblicher Gesundheitsprobleme mehrere Monate fernblieb, wurde er vom Verfahren ausgeschlossen. Im Jahr 2015, zehn Jahre nach der angeblichem Korruptionsgeschäft, wurde die Strafverfolgung wegen Verjährung eingestellt. (apa/red)