Bauindustrie

ÖBB starten den Bau zum letzten Lückenschluss der Koralmbahn

Die ÖBB starten die Arbeiten zum letzten noch nicht in Bau befindlichen Teil der Koralmbahn von Graz nach Weitendorf. Die Kosten für diesen letzten Bauabschnitt betragen rund 420 Millionen Euro.

Die ÖBB starten die Arbeiten zum letzten noch nicht in Bau befindlichen Teil der Koralmbahn von Graz nach Weitendorf. Die 13 Kilometer-Neubaustrecke mit allen Maßnahmen inklusive Unterflurtrasse kostet rund 420 Mio. Euro.

Der letzte Rohbauabschnitt der Koralmbahn wurde am Dienstag in Graz offiziell in Angriff genommen: Es handelt sich um die Strecke zwischen Graz und Weitendorf, die in zwei Abschnitten errichtet wird. Angebunden werden sollen der Güterterminal Werndorf nahe Weitendorf. Dazu werden zahlreiche Haltestellen und Bahnhöfe für die Hochleistungsstrecke adaptiert: In Graz Don Bosco wird am Nahverkehrsknotenpunkt der Randbahnsteig zu einem Inselbahnsteig gemacht und ein zusätzlicher Randbahnsteig errichtet. In Graz-Puntigam geschieht das gleiche, inklusive Lift, ebenso wie in Seiersberg-Feldkirchen. Zwischen Don Bosco und Feldkirchen erfolgt der Ausbau viergleisig. Er soll bis 2023 schrittweise in Betrieb genommen werden.

Zwischen Feldkirchen und Weitendorf beginnt der Neubau Anfang 2020: Kernstück ist die 3,2 Kilometer lange Unterflurtrasse im Bereich des Flughafens Graz-Thalerhof bis Zettling, mit Option auf spätere direkte Airport-Anbindung. Die Neubaustrecke umfasst zwölf neue Brücken, jeweils sechs Bahn bzw. Straßenbrücken sowie laut ÖBB ein "Höchstmaß" an Lärmschutzmaßnahmen wie Schallschutzwänden. Die Gesamt-Fertigstellung der Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt ist für 2025 vorgesehen.

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Ausbau und zahlreiche Adaptierungen für eine Hochleistungsstrecke

Franz Bauer, ÖBB-Infrastruktur AG-Vorstandsdirektor, sprach bei der vor wenigen Tagen stattgefundenen Festveranstaltung am Grazer Nahverkehrsknoten Don Bosco von "enormen Chancen": "Wir werden auf der Südstrecke das Auto überholen, was uns jetzt schon bei der Weststrecke gelungen ist. Diese Fahrzeit von 45 Minuten ist unschlagbar." Man befördere jetzt schon rund 22 Millionen Tonnen Fracht auf der Südstrecke pro Jahr, das werde sich steigern. Denn man könne sie ab 2025 wie eine Flachbahn befahren, mit nur einer Lok und längeren Zügen.

Diese Vorteile betonte auch die steirische Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP): "Mit diesem Abschnitt des Baltisch-Adriatischen Korridors wachsen auch die Wirtschaftsräume Kärnten und Steiermark stärker zusammen. Ich bin mit Superlativen vorsichtig, aber das ist tatsächlich ein Jahrhundertprojekt." Sie werde auch eine Studie in Auftrag geben, welche Auswirkungen die Verkehrsverbesserung für Südösterreich habe.

Der Grazer ÖVP-Bürgermeister Nagl erinnerte daran, dass die ersten Modifizierungen für die Koralmbahn in Graz mit elf Straßenunterführungen begonnen hätten. Man warte schon ungeduldig auf die Eröffnung der Hochleistungsstrecke.

FPÖ-Abg. Günther Kumpitsch, der in Vertretung von Verkehrsminister Norbert Hofer sprach, bezeichnete die Koralmbahn als "eines der bedeutendsten europäischen Verkehrsprojekte". Damit rücke Europa noch ein Stück weiter aneinander. (apa/red)

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