Forschung

Neues CD-Labor für Künstliche Intelligenz an der TU Wien

Die Christian Doppler-Gesellschaft hat ihr 200. Forschungszentrum eröffnet, das sich diesmal dem Bereich der Künstlichen Intelligenz widmen soll. Als Beleg ihrer Arbeit verweist die Gesellschaft auf erfolgreiche Industriebetriebe - namentlich die Voestalpine.

Das ist ein Symbolbild.

Mit dem neuen "CD-Labor für Künstliche Intelligenz und Optimierung in Planung und Scheduling" wurde kürzlich die 200. Forschungseinheit der Christian Doppler-Forschungsgesellschaft (CDG) eröffnet. Das neue Labor befindet sich an der Technischen Universität (TU) Wien, die mit 37 CD-Labors - 16 davon derzeit aktiv - die bisher erfolgreichste Forschungseinrichtung bei der CDG ist.

Im Jahr 1988 gegründet

Die CDG wurde 1988 innerhalb der Staatsholding ÖIAG gegründet, um Einheiten für Grundlagenforschung zu Themen einzurichten, die den Unternehmen des Konzerns nutzen. Nach der Umgestaltung der ÖIAG 1993 wurde auch die CDG reformiert. Diese steht seit 1995 allen österreichischen Unternehmen offen und ressortiert seither zum Wirtschaftsministerium.

Die als gemeinnütziger Verein organisierte CDG fördert Grundlagenforschung auf hohem Niveau zu Fragen aus der Wirtschaft. Dazu werden Christian Doppler-Labors an Universitäten mit einer Laufzeit von sieben Jahren und - seit 2008 - Josef Ressel-Zentren an Fachhochschulen (Laufzeit: fünf Jahre) eingerichtet, in denen Wissenschafter und Betriebe zusammenarbeiten. Die Kosten dafür teilen sich die öffentliche Hand und die jeweils beteiligten Unternehmenspartner.

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Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) betonte die aktive Einbindung der Unternehmen in die Labors und Zentren, die sie als "Exzellenzinitiative" bezeichnete. Durch die Forschung an aktuellen Problemstellungen aus der Praxis "sind diese Einrichtungen ein exzellenter Treiber, um rasch von der Idee zum konkreten Produkt zu gelangen".

85 von 200 Zentren sind tatsächlich aktiv

Von den bisher 200 eingerichteten Labors und Zentren sind derzeit 85 aktiv, sagte CDG-Präsident Reinhart Kögerler im Gespräch mit der APA. "Wir haben mit der 'anwendungsorientierten Grundlagenforschung' jene Form von Forschungskooperation zwischen Firmen und Unis definiert, die sich als besonders fruchtbar für im Hightech-Bereich tätige Firmen erweist", so Kögerler.

Zwei Elemente seien dabei besonders wichtig: "Wir verlangen einerseits, dass die Forschung an der Front der Wissenschaft und nicht nur state of the art ist, und andererseits, dass die Unternehmen nicht nur das Themenfeld vorgeben, zu dem die Grundlagen in den Labors erarbeitet werden, sondern auch die Art der Kooperation mitbestimmen."

Das Beispiel Voestalpine

Wie gut das funktioniere, zeige das Beispiel der Voest: "Die Basis für deren Aufstieg zum High-Tech-Unternehmen wurde sicher weitgehend in den insgesamt rund 40 CD-Labors geschaffen, die die verschiedenen Voest-Firmen in den vergangenen Jahren hatten", so Kögerler.

Dass heuer mit rund einem Dutzend neuer CD-Labors bereits die Zahl der Neueröffnungen des gesamten Vorjahres erreicht wurde, hält der CDG-Chef für keinen Zufall. "Wir spüren die Konjunktur und sind stark an das Wohlergehen der Wirtschaft gekoppelt." Eine Rolle spiele sicher auch, dass die CDG im akademischen Bereich bereits bekannt sei und es speziell für junge Wissenschafter "ein starkes Asset ist für die Karriere, ein CD-Labor zu bekommen". Bei den Unternehmen gebe es beim Bekanntheitsgrad allerdings "noch Luft nach oben".

Trotz des Booms konnte die CDG bisher "alle guten Dinge noch finanzieren". Dazu beigetragen habe sicher auch die höhere Dotation der Nationalstiftung für Forschung in diesem Jahr, die einzige Geldquelle der CDG neben dem Wirtschaftsministerium. "Aber wenn es mit dem Wachstum weitergeht, wird es irgendwann knapp", so Kögerler.

Jüngstes CD-Labor soll Künstliche Intelligenz weiterentwickeln

Hintergrund des neuen "CD-Labor für Künstliche Intelligenz und Optimierung in Planung und Scheduling" ist der Umstand, dass Probleme - etwa die Erstellung eines Stundenplans oder von Arbeitsabläufen - oft mehrere Lösungen haben und es schwierig ist, die optimale zu finden. Im neuen CD-Labor wird daran gearbeitet, solche Probleme detailliert zu verstehen, sie zu zerlegen und mathematisch darzustellen. "Wir wollen besser verstehen, welche Methoden für welche Art von Problemen am geeignetsten sind und auch verschiedene Methoden kombinieren, um noch bessere Lösungen zu erhalten", erklärte Labor-Leiter Nysret Musliu vom Institut für Automationssysteme der TU Wien in einer Aussendung.

Die Anwendungen reichen vom Bildungsbereich über das Gesundheitswesen und den öffentlichen Verkehr bis zu Logistik und Industrie 4.0. Das neue CD-Labor verfügt über ein Budget von und 2,2 Mio. Euro. Davon kommen rund 1,3 Mio. von der öffentlichen Hand, der Rest von den Unternehmenspartnern Bosch, MCP und XIMES. (apa/red)

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