Stahlhandel

"Krise als Chance": Klöckner baut 1.000 Stellen ab

Der deutsche Stahlhändler will mehr als tausend seiner insgesamt 8.200 Arbeitsplätze streichen. Konzernchef Gisbert Rühl spricht während dessen von einer "enormen Chance", die sich mit der Coronakrise biete.

Der von der Coronakrise gebeutelte deutsche Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) will die Digitalisierung vorantreiben und dabei etwa 15 Prozent der Stellen abbauen. An der Börse sorgten die Nachrichten zeitweise für einen 14-prozentigen Kurseinbruch auf 3,20 Euro. Die Warnung vor einem operativen Verlust im laufenden Quartal sei eine Überraschung, sagt ein Börsianer.

Über tausend Mitarbeiter müssen gehen - dafür steigt die Digitalsierung

"Die Krise ist eine enorme Chance, um bestimmte Themen schneller umzusetzen", erklärte Vorstandschef Gisbert Rühl in einer Telefonkonferenz. So werde KlöCo die seit Jahren laufende Digitalisierung ausbauen.

Das werde den Abbau von über 1.000 der insgesamt rund 8.200 Stellen nach sich ziehen. Die Kosten dafür bezifferte Rühl mit 50.000 bis 60.000 Euro je Mitarbeiter, also insgesamt rund 60 Mio. Euro.

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Trotz des Absatz- und Ergebniseinbruchs infolge der Coronapandemie sieht der Manager den Stahlhändler finanziell gut gerüstet. "Wir werden ohne staatliche Hilfe auskommen", betonte Rühl. Der Cashflow werde 2020 zwar sinken, aber deutlich positiv ausfallen.

Verlust im ersten Quartal verdoppelt - auch für zweites Quartal Verlust erwartet

Im ersten Quartal verdoppelte sich der Nettoverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 10 Mio. auf von 21 Mio. Euro. Bei einem Umsatzrückgang um 14,9 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro brach das operative Ergebnis (Ebitda) von 34 Mio. auf 21 Mio. Euro ein.

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Im zweiten Quartal erwartet Rühl ein negatives Ebitda im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich und einen Absatzeinbruch wie im April von voraussichtlich 30 Prozent. Wegen der Unwägbarkeiten wagte Rühl keinen Jahresausblick. Ergebnis und Umsatz würden aber deutlich sinken. (reuters/apa/red)

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