Autotest

„Ich fahre sie alle“

Rainer Walter, Geschäftsführer des Anlagenbauers Pörner, testet den BMW 750d xDrive. Das sparsame Luxus-Diesel-Kraftpaket kommt an – bis auf ein entscheidendes Detail.

Anlagenbau Pörner BMW Autotest Rainer Walter

Rainer Walter hat Benzin im Blut. „Es sind mehr als drei“, sagt der Geschäftsführer des Gablitzer Sicherheitsanlagen- und Elektrotechnikdienstleisters, wenn er gefragt wird, wie viele fahrbare Untersätze er sein Eigen nennt. „Aber die stehen nicht nur herum, ich fahre sie alle.“ Ein Mustang GT ist darunter. Ein Jaguar S-Type. Bayern hat er keinen in seiner kleinen Flotte. „Manche leisten sich teure Urlaube, ich sammle alte Wägen. Die Leidenschaft steigt mit dem Lebensalter“, sagt er fast entschuldigend.

Neben dem Benzin hat Walter die Sicherheitstechnik im Blut. Sein Unternehmen setzt Videoüberwachung, Brandmeldesysteme oder Zutrittskontrollen in sicherheitssensiblen Unternehmen wie der OPEC, dem Justiziministerium oder dem Verbund, aber auch in Industrieunternehmen wie Haas Waffelmaschinen oder Schoeller Bleckmann um. Daher ist der Display des Bordcomputers, auf dem der Kartendienst Here der Automobilbauer Daimler, BMW und Audi läuft, auch das erste, was Walter auffällt. „Ah, jetzt hat man auch in München mein Zeit-Weg-Diagramm“, sagt Walter scherzhaft. Die BMW-eigene Gestiksteuerung – in der neuen 7er- Reihe nur für die Entertainment-Funktionen freigeschaltet – hat Walter recht rasch im Griff.

Auch die anderen Gimmicks des 7er scheinen ihm Spaß zu machen: Der Querverkehrswarner und die 360-Grad-Kamera, die beim Ausparken helfen. Die Innenraumduftdusche, die natürliche ätherische Öle auf den Fahrer niedergehen lässt, oder die Massagefunktion, die in den Sitzen eingebaut ist. Im Programm Ganzkörperaktivierung geht es Richtung A1.

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„Wirklich schade, dass wir die 400 PS nicht ausfahren können“, sagt Walter. Immerhin, die versprochene Beschleunigung können wir testen: Der BMW 750d xDrive beschleunigt in 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h – das Gefühl im Massagesitz scheint Walter zu gefallen. Die Motorleistung des „weltweit sportlichsten Sechszylinder-Dieseltriebwerks“ (BMW) hat sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen um fünf Prozent gesteigert, der Durchschnittsverbrauch ist um elf Prozent zurückgegangen. Und der ist in der Tat nicht so hoch, wie unsere Fahrweise befürchten ließ: Bei einer Ausfahrt von Wien nach München auf deutschen Autobahnen ergab sich trotz sehr sportlicher Fahrweise für uns ein Durchschnittsverbrauch von 8,1 Litern. Im zweitägigen innerstädtischen Gebrauch waren es 5,9 Liter. Wer den 750d xDrive auf gemütlichen Langstreckenfahrten im Eco-Pro-Modus fährt, könnte an die vom Werk angegebenen 5,7 Liter herankommen.

Ein Verbrauch, von dem Walter bei seinen Oldies nur träumen kann. Dabei ist dieser für ihn durchaus ein Kostenargument: „Ich bin nur zwei Mal wöchentlich in der Zentrale, ich gehöre raus zu den Kunden“, sagt Walter, „da fallen ganz schöne Strecken an.“ Dass Benzinbruder Walter seine Fühler immer wieder nach neuen Wägen ausstreckt, wird klar, wenn sein Blick auf einem Oldie hängenbleibt, der unseren Weg kreuzt. Dass er vom Luxusschlitten aus Bayern durchaus angetan ist, ebenfalls. Trotzdem sein Fazit: „Der 750d xDrive wird es wohl nicht. Zu neu.“

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