Personalia

Großaktionäre der Deutschen Bank fordern Rücktritt des Oberösterreichers Paul Achleitner

Der Oberösterreicher Paul Achleitner ist der bestbezahlte Aufsichtsrat aller Konzerne im Dax. Seine Amtszeit bei der Deutschen Bank läuft eigentlich bis 2022 - doch jetzt fordern Großaktionäre seinen Rücktritt und werfen Achleitner strategische Versäumnisse vor.

Großaktionäre der Deutschen Bank arbeiten laut einem Bericht des "Spiegel" auf die vorzeitige Ablösung des umstrittenen Aufsichtsratschefs Paul Achleitner hin. Sie hegten "konkrete Gedankenspiele", den Chefaufseher vor Ablauf seiner Amtszeit zu ersetzen, berichtet der "Spiegel".

Der gebürtige Linzer Paul Achleitner ist seit 2012 in diesem Amt. Sein derzeitiges Mandat endet 2022. Die Deutsche Bank erklärte auf Anfrage, die Bestellung Achleitners als Aufsichtsratsvorsitzender laufe bis 2022. Nachfolgefragen seien Aufgabe des Nominierungsausschusses.

Oberösterreicher ist der bestverdienende Aufsichtsrat im Dax

Der aus Linz stammende Jurist Paul Achleitner ist der am meisten verdienende Aufsichtsrat Deutschlands - und zwar mit Abstand. Er bekommt im Jahr ein Salär von 800.00 Euro. Etwas weniger kassieren Norbert Reithofer bei BMW und Gerhard Cromme bei Siemens.

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Die Vorwürfe der Großaktionäre

Die Großaktionäre werfen Achleitner laut "Spiegel" seit Jahren strategische Versäumnisse und Fehler bei der Personalauswahl vor. Gesucht werde stattdessen nach einer Persönlichkeit mit internationalem Netzwerk, besten Drähten zu Politik, Wirtschaft und Aufsichtsbehörden in Deutschland sowie hoher Glaubwürdigkeit an den Kapitalmärkten, berichtete das Magazin ohne Angabe von Quellen. Genannt würden Nikolaus von Bomhard, Aufsichtsratschef des Rückversicherers Munich Re, oder Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Noch sei aber mit keinem Nachfolgekandidaten gesprochen worden.

Schieflage bei Deutschlands größtem Finanzhaus

Der aktuelle Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, der tausende Stellen streicht und das Investmentbanking stutzt, hat dem Bericht zufolge die Rückendeckung der mächtigsten Investoren. Zeige seine Strategie ab kommendem Jahr keinen Erfolg, werde auch Sewing unter Druck geraten, zitierte der "Spiegel" aus dem "Investorenkreis".

Sewing ist bereits der vierte Chef der Bank, seit Achleitner 2012 den Vorsitz des Aufsichtsrats übernahm. In dieser Zeit verlor der Aktienkurs der Deutschen Bank rund 70 Prozent. Die Erträge der Bank sanken, die digitale Infrastruktur gilt als veraltet und hohe Boni für Mitarbeiter trotz Verlusten liefern viel Angriffsfläche. (afp/apa/red)

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