Hintergrund

Georg Knill: Mit 47 Jahren in den Chefsessel der IV

Der Steirer Georg Knill ist in der heimischen Industrie ein Vertreter der jüngeren Generation. In der Industriellenvereinigung war für viele Teilnehmer der Wahl relevant, dass es sich bei Knill um einen Unternehmenseigentümer handelt. Hier die Hintergründe.

Mit Georg Knill schwingt sich nun ein Vertreter der (zumindest industriell gesehen) jüngeren Generation in den Chefsessel der Industriellenvereinigung (IV) - der noch dazu ein Unternehmenseigentümer ist, was sich auch viele Wahlberechtigte gewünscht haben. Der 47 Jahre alte Manager der familieneigenen Knill Gruppe hat seit 2016 auch schon Erfahrung als Präsident der IV Steiermark. Der Überblick dazu: Industriellenvereinigung: Georg Knill gewinnt die Wahl >> 

Knill leitet das Familienunternehmen - ein Mischkonzern - mit seinem Bruder Christian seit 2002. Dieser ist Wirtschaftskennern von den jährlichen Metaller-KV-Verhandlungen auf Seiten des Fachverbandes der Metalltechnischen Industrie ein Begriff.

Die Knill Gruppe hat gut 2.000 Mitarbeiter und macht mehr als 300 Mio. Euro Umsatz. Die Geschichte ihres Familienunternehmens reicht bis ins Jahr 1702 zurück, es hieß damals noch Mosdorfer. Die seinerzeitige Kaiserliche Armee wurde vornehmlich mit Säbeln der Firma mit Sitz in Weiz in der Steiermark beliefert.

White Paper zum Thema

Engagement in der IV seit zwei Jahrzehnten

Knill hat sein Geschäft im Familienunternehmen von der Pike auf gelernt. Und auch in der IV ist er bereits seit knapp 20 Jahren engagiert. Von 2001 bis 2008 war er Vorsitzender der Jungen Industrie Steiermark, von 2012 bis 2016 war er Vize der IV in der grünen Mark und seit 2016 ist er Präsident. "Wir sind stolz auf unsere 300-jährige Geschichte und Tradition", heißt es auf der Unternehmenshomepage. Kein Wunder, dass es sogar ein Firmenmuseum gibt - mit dem Namen "Die Klingenschmiede".

INDUSTRIEMAGAZIN Podcast:
Georg Knill: „Ich bin bereit“ >>

Konkret leiten die Knill-Brüder die zwei rechtlichen Gesellschaften der Knill Gruppe - die Knill Energy Holding GmbH und die Rosendahl Nextrom GmbH. Beide voneinander unabhängigen Gesellschaften befinden sich zu je zur Hälfte im Besitz von Christian und Georg Knill. Standorte gibt es in Europa, Asien, den USA und Australien. Wie die Tätigkeit in den Interessensvertretungen IV (Georg) und Wirtschaftskammer (Christian), haben sich die Brüder das Unternehmen aufgeteilt.

"Berufslaufbahn im klassisch konservativen Elternhaus vorgegeben"

Georg Knill ist der jüngere der beiden Knill-Brüder, die auch noch eine Schwester haben. Die Buben wuchsen im Betrieb auf. "Unsere Berufslaufbahn war also im klassisch konservativen Elternhaus vorgegeben", sagte Knill zum 300-Jahr-Jubiläum der Knill Gruppe der steirischen "Kleinen Zeitung". Demnach bezeichnet sich Knill auch als bodenständiger Mensch, der in der Heimat verwurzelt ist. Als Hobbys nennt er kochen und sein Damwildgehege. Knill ist HTL-Absolvent, verheiratet und hat zwei Töchter.

Knill arbeitet auch gerne von zu Hause und sagt "meine Tasche ist mein Büro". Jetzt wird er als IV-Präsident öfters nach Wien kommen müssen.

(Von Philip Stotter, APA/red)